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Für einen eindrucksvollen Konzertabend in der Oberderdinger Laurentiuskirche sorgten einmal mehr Marc Bühler (links) und Timo Handschuh. Foto: Bischoff-Krappel
Für einen eindrucksvollen Konzertabend in der Oberderdinger Laurentiuskirche sorgten einmal mehr Marc Bühler (links) und Timo Handschuh. Foto: Bischoff-Krappel
11.12.2018

Die romantische Seite der Laurentiusorgel

Oberderdingen. Während draußen vor dem Oberderdinger Amthof die letzten Besucher den Weihnachtsmarkt genossen, breitete sich im Inneren der evangelischen Laurentiuskirche eine gespannte, feierliche Stille aus: Die Vorfreude war groß auf das mittlerweile 19. Adventskonzert, mit dem die Musiker Marc Bühler (Trompete) und Timo Handschuh (Orgel) ihrem Publikum einen besinnlichen Abend in der Vorweihnachtszeit schenken wollten.

Die hochkarätigen Solisten – Bühler tritt als Gastsolist in verschiedenen Orchesterformationen in Erscheinung, Handschuh ist Generalmusikdirektor am Theater in Ulm und Chefdirigent des Südwestdeutschen Kammerorchesters – hatten erstmalig auch Opernbearbeitungen in ihr Programm aufgenommen, um die romantische Seite der Laurentiusorgel aufzuzeigen. Mit der Sonate Nr. 5 in D-Dur von Domenico Gabrielli entspann sich ein atmo-sphärisch dichter, klangvoller Konzertabend.

Auf die Toccata und Fuge in d-Moll von Johann Sebastian Bach, bei der Handschuh mal fein modulierend, mal mit gewaltiger Kraft einen opulenten Klangteppich entfaltete, folgten mit „Morgenstimmung“ aus der Peer-Gynt-Suite von Edvard Grieg und dem „Gefangenenchor“ aus Verdis Oper „Nabucco“ bekannte, virtuos intonierte Klänge. Heiter und beschwingt, fast schon jubilierend kündigte Bühlers Trompete die „Ankunft der Königin von Saba“ aus Händels Oratorium „Salo-mon“ an. Gefühlvoll und sanft interpretierten die Musiker dann ihre Variation über Bachs Arioso, während bei „Weihnachten in Europa“ in Kongenialität von Trompete und Orgel eine Folge traditioneller weihnachtlicher Weisen das Kirchenschiff durchzog. Viel Beifall erntete Handschuh für seine Improvisation des Chorals „Nun freut Euch ihr Christen.“

Den Schlusspunkt unter einen beeindruckenden Konzertabend setzte die Sinfonia in C-Dur von Alessandro Scarlatti. Bevor die Besucher die Laurentiuskirche verließen, wiesen Bürgermeister Thomas Nowitzki und Organist Timo Handschuh auf die Notwendigkeit einer Sanierung der 1855 erbauten Orgel hin: „Dieser tiefe, dunkle Klang ist etwas sehr Wertvolles, das moderne Orgeln nicht mehr haben“, betonte Handschuh die eindrucksvoll bewiesene Besonderheit. Es folgten zwei Zugaben.