nach oben
16.12.2015

Die schwarze Villa: Ein umstrittenes Thema

Pforzheim. „Um Missverständnissen vorzubeugen: Der heimliche Anstrich der schwarzen Villa in der Friedenstraße durch Immobilienverwalter Andreas Sarow war eine nicht tolerierbare Verletzung des Denkmalschutzes und stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, die entsprechend zu ahnden ist“, betont die Grüne Liste in einer Pressemitteilung.

Doch die Idee des Galeristen, in dieser Villa eine temporäre Galerie für Werke der Street Art einzurichten, hätte der Pforzheimer Kunstszene einen seit langem fälligen jugend-kulturellen Akzent verpasst.

„Jugendtypische Kultur aus dem Bereich der bildenden Kunst hat in Pforzheim keinen Stellenwert und keine Lobby“, sagt Stadtrat Axel Baumbusch von der Grünen Liste. Die Gemeinderatsfraktion beklagt eine verpasste Chance, die mit einer baurechtlichen Begründung verhindert wurde. Denn sowohl die langjährige Galerie Supper an der Friedenstraße als auch die zeitweilige Kunstausstellung im alten Dillweißensteiner Pfarrhaus unterlagen nach Einschätzung der Grünen Liste denselben Bestimmungen.

„Hier wird aus nicht nachvollziehbaren Gründen mit zweierlei Maß gemessen“, beklagt die Frak- tionsvorsitzende Sibylle Schüssler die Entscheidung der Verwaltung. Sie habe der jungen Kunst in Pforzheim einen Ausstellungsort verwehrt, den diese dringend benötige. Obwohl im Masterplan von kultureller Teilhabe die Rede sei, blieben bestimmte Kunstsegmente und Zielgruppen ohne Forum und Fürsprecher.