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Andreas Sarow hat die Rückseite der „schwarzen Villa“ an der Friedenstraße in Pforzheim weiß gelassen. Foto: Seibel
Andreas Sarow hat die Rückseite der „schwarzen Villa“ an der Friedenstraße in Pforzheim weiß gelassen. Foto: Seibel
07.09.2015

Die schwarze Villa in Pforzheim hat eine weiße Rückseite

Es waren nur ein paar Eimer mit Farbe. Sie haben gereicht, um Andreas Sarow und seine schwarze Villa deutschlandweit bekanntzumachen. Ob die überregionale Presse oder das Fernsehen; sie alle waren da – und haben nachgefragt, was es mit dem Projekt auf sich hat. Als Kunstprojekt hat Sarow das Haus an der Friedenstraße in Schwarz gehüllt. Komplett? So schien es zumindest. Nun aber ist klar: Zumindest die Rückseite ist ohne Farbe geblieben.

Der Beweis? Am Samstag veröffentlicht Gerhard Baral, Ex-Geschäftsführer des Kulturhaus Osterfeld und Verantwortlicher für das Schmuckjubiläum 2017, auf seinem Facebook-Account ein Bild. Es zeigt die Rückseite der Villa: Ihr oberer Teil ist schwarz bemalt, aber unten bricht die matt-weiße Originalgestalt hervor. Baral kommentiert: „das schwarze Haus in Pforzheim – ,alles Lüge’“. Das Foto ist ohne Erlaubnis des Eigentümers Andreas Sarow entstanden. Um aus dieser Perspektive fotografieren zu können, muss sich der Fotograf Zutritt zum Gelände verschafft haben. Der Garten wird von einer hohen Hecke beschirmt. Baral kennt den Fotografen – seinen Namen nennen aber will er nicht. Dass er Sarows Aktion auch persönlich nicht gutheißt, wird schnell klar. Prinzipiell habe er nichts gegen ein solches Projekt. Er findet es aber bedauerlich, dass Sarow ein Haus in dieser Umgebung trotz des Denkmalschutzes bemalt habe – und als reine Marketingaktion.

Denn das Sarow mit der Aktion Aufmerksamkeit generieren wollte, steht fest. Für die Immobilie, die er im nächsten Jahr verkaufen will – aber auch für die Kunstausstellung, die er im nächsten Monat zusammen mit den anderen Pforzheimer Galerien dort abhalten will. Deswegen nimmt Sarow das Foto sportlich: „Dieses Paparazzi-Foto ist ein gutes Zeichen für das bundesweite Interesse, das die schwarze Villa verursacht hat. Die Gier nach neuen Informationen führt soweit, dass man das Haus auch von hinten kennen will“, sagt er und verurteilt die Aktion nicht. Nur eines findet er schade: dass sich der Fotograf widerrechtlich Zutritt zum Garten verschafft hat – trotz geschlossenem Zaun und „Betreten-Verboten“-Schild.

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