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Claus Kuge, Dieter Huthmacher und Matthias Hautsch (von links) freuen sich über den großen Applaus.  Roller
Claus Kuge, Dieter Huthmacher und Matthias Hautsch (von links) freuen sich über den großen Applaus. Roller
Mit eigenen und fremden Werken geht Claus Kuge der Liebe auf den Grund.
Mit eigenen und fremden Werken geht Claus Kuge der Liebe auf den Grund.
Dieter Huthmacher berührt das Publikum mit intelligenten Texten.
Dieter Huthmacher berührt das Publikum mit intelligenten Texten.
Matthias Hautsch zeigt, wie man musikalisch das Leben genießt.
Matthias Hautsch zeigt, wie man musikalisch das Leben genießt.
15.02.2016

Dieter Huthmacher, Claus Kuge und Matthias Hautsch im PZ-Forum

Nach genau 62 Minuten ist alles vorbei. Eigentlich viel zu schnell. Denn das Programm, das Dieter Huthmacher, Claus Kuge und Matthias Hautsch bei der Matinee der Löblichen Singer im PZ-Forum geboten haben, ist derart abwechslungsreich und kurzweilig, dass man es problemlos auch länger mit ihnen hätte aushalten können.

Es war ein charmanter Mix aus Lyrik und Musik, aus intelligenten Liedtexten gepaart mit eingängigen Rhythmen und originellen Gedichten. Eine einzigartige Symbiose also, die passend zum Valentinstag ganz im Zeichen der Liebe und der Liebenden steht. Hätte Löbliche-Obermeister Kuge anfangs nicht fast schon bemerkt, es handle sich hierbei um die Premiere, wäre es wohl keinem aufgefallen.

Mit fester Stimme trägt er Gedichte vor, kredenzt neben eigenen Werken auch Liebeslyrik unter anderem aus den Federn der Großmeister Günter Grass, Erich Fried und Charles Bukowski. Es geht darin um wildes Durcheinander, um Freiheit, um verblasste Erinnerungen und darum, dass Liebe allen Widrigkeiten trotzen kann. Teilweise mit beißender Ironie gewürzt, oft ungereimt und ohne erkennbares Metrum, bisweilen melancholisch und brisant, stimmen die Gedichte dank ihrer zumeist unverschlüsselten Sprache immer wieder nachdenklich und machen in bemerkenswerter Klarheit deutlich, dass Liebe nicht einfach ist – sondern viele Facetten und Formen kennt. Für eine Überraschung ist dann der Beatles-Klassiker „When I’m Sixty Four“ gut, der sich – anders als die meisten Rocksongs der 1960er-Jahre – als verblüffend tiefgründig und ästhetisch herausstellt. Die intendierte Wirkung verfehlen auch die Stücke nicht, die Liedermacher Dieter Huthmacher im Gepäck hat.

Intelligente Texte

Immer wieder berührt er sein Publikum mit intelligenten Texten auf eingängigen Melodien, spart nicht an Metaphern, bildlichen Vergleichen oder Pathos. Huthmacher besingt die Schönheit der eigenen Heimat, erzählt von Liebe, die geheim bleiben muss, die Eltern zu ihren Kindern haben und von solcher, die manchmal kompliziert ist. Besonders gut kommt sein Stück zur Nächstenliebe an, in dem er die Flucht nach Deutschland beschreibt, geschlossene Grenzen, den Kulturschock und die schlimme Lage in den Herkunftsländern. „Was würde ich tun, wenn ich das wär’, wo nähme ich das Vertrauen her?“, fragt er und macht betroffen. Ähnliches gelingt Gitarrist Matthias Hautsch mit dem lebensbejahenden afrikanischen Stück „Habana haba“, das davon handelt, dass ein Traum nach dem anderen wahr werden kann.

Um die Kunst, das Leben zu genießen, geht es in seinem selbst komponierten Stück „Savoir à vivre“, das zunächst leise beginnt, um sich dann in wuchtigen Akkorden zu entladen. Eine Akustikgitarre reicht ihm, um einzigartige Melodien zu erzeugen, die keinem Schema folgen und doch in entfernte Traumwelten entführen. Auch wenn er meistens kraftvoll spielt, kann er dem Instrument auch zarte Klänge entlocken. Eine kunstvolle Verschmelzung von Lyrik und Musik, die Liebe zum Detail und fürs Feinsinnige – das macht die Darbietung von Dieter Huthmacher, Claus Kuge und Matthias Hautsch so eindrucksvoll, dass vom begeistert applaudierenden Publikum gleich zwei Zugaben eingefordert werden.