nach oben
Mit seinen hintergründigen Liedern im Dialekt begeistert Dieter Huthmacher auch sein Publikum im PZ-Forum. Seibel
Mit seinen hintergründigen Liedern im Dialekt begeistert Dieter Huthmacher auch sein Publikum im PZ-Forum. Seibel
29.11.2015

Dieter Huthmacher begeistert mit Konzert im PZ-Forum

Lebensfreude versprühen, vor allem für „de ältere Leit“, wie eine seiner Lied-Nummern heißt: So präsentiert sich Dieter Huthmacher mit den „Lachfalten im Gesicht“ – ein anderer Titel aus dem Programm, mit dem der Liedermacher seine Zuhörer im PZ-Forum erfreut.

Die „Löbliche Singergesellschaft von 1501“ hat zu ihrer Jahresabschluss-Veranstaltung eingeladen, die traditionell mit Liedern und Texten von und mit Dieter Huthmacher gestaltet wird. Seit nunmehr 45 Jahren begeistert der Mundart-Barde sein Publikum mit allerhand geistreich formulierten Späßen. Er begleitet sich selbst auf der Gitarre, einziges Zugeständnis an die moderne Zeit ist das Mikroport – seine Stimme ist eben auch schon etwas in die Jahre gekommen.

Entsprechend fallen Melodien und Texte aus. Sie greifen leutselig Alltägliches auf und klingen bisweilen ein bisschen traurig. Blitzgescheiter Humor zeichnet die überraschenden Mundart-Reime und Pointen aus. Die teils bitterböse „raus g’hauene schwäbische Sprüch“ sind von charmanter Al-tersmelancholie umspielt und werden auf diese Weise erträglich.

„Lach doch“, lautet Huthmachers Imperativ, obwohl „lache a ernschde Sach isch“. „Schwäbisch schwätze isch a Lacher an sich“, rühmt sein zwiespältiges Schwaben-Lob, solches Lachen sei das „Pfefferminz der Seele“. Seine bissigen Kommentare zur Goldstädter Verkehrsparole „Pforzheim fährt Bus“ oder zu den geschmäcklerisch überdrehten Sternekoch-Gerichten beim „Kronewirt“ bettet er in eine beruhigende Parole ein: „Guet send Leit – se schwätzet bloß schlecht“.

Und dann erläutert er die spezifische Gangart eines bejahrten Paares: Sie geht „mit vorwärts eilendem Gehorsam“ voran, er folgt als „nachziehendes Elend“. Auch beim Telefonterror („Trendy mit em Handy“) halten sie nicht mehr mit, das erotische Erlebnis mit vibrierendem Smartphone bleibt ihnen fremd. Zum Thema „Wellness“ allerdings wird im Publikum der Refrain mitgesungen: „Do sem’mer dabei“. Und als Huthmacher als Zugabe seine in der Region berühmte „Ballade vom Bächle“ anstimmt, sind die Leute restlos glücklich.