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Boris Ritter wird einige der „Rocky“-Vorstellungen dirigieren. Foto: PZ-Archiv
Boris Ritter wird einige der „Rocky“-Vorstellungen dirigieren. Foto: PZ-Archiv
06.11.2015

Dirigent Boris Ritter über „Rocky“: „Das Finale ist atemberaubend“

Die Geschichte ist legendär. Der Boxer Rocky Balboa kämpft sich durch seine Willenskraft ganz nach vorne. Dieses packende Drama kommt jetzt als Musical nach Stuttgart. Als Dirigent mit von der Partie: der Maulbronner Boris Ritter. Im PZ-Interview spricht er über die besondere Stuttgarter Version des Musicals, die musikalischen Höhepunkte – und den besonderen Schluss-Effekt des Werks.

PZ: „Rocky“ ist die erste deutsche Musical-Produktion, die es an den Broadway geschafft hat. Was macht das Werk so besonders?

Boris Ritter: „Rocky“ ist eine ex-trem gelungene Umsetzung eines Films auf einer Musicalbühne. Ich kenne nur ganz wenige Produktionen, bei denen es so perfekt gelungen ist wie bei „Rocky“.

PZ: Was unterscheidet die Stuttgarter Version von den vorherigen in Hamburg oder am Broadway?

Boris Ritter: Das hiesige Publikum wird eine ganz eigene Inszenierung erleben – mit neuen Songs und Szenen. So ist in Stuttgart zum ersten Mal der James-Brown-Klassiker „Living In America“ aus dem Original-Filmsoundtrack Teil der Show. Der Song wird im Musical von Apollo-Darsteller Gino Emnes gesungen. Auch die Hauptfigur „Rocky“ (Nikolas Heiber) hat mit „Noch fall’ ich nicht“ einen neuen Song erhalten. Neu für die Musiker ist, dass sie bei „Rocky“ nicht im Orchestergraben, sondern im Orchesterproberaum spielen. Denn der Unterbau der Bühne musste für die 160 Tonnen Bühnenbild mit Stahlträgern verstärkt werden. Wir sind nun per Video und über Kopfhörer mit der Bühne verbunden. Das ist eine Herausforderung für uns. Aber auf jeden Fall ist die Musik nach wie vor in jeder einzelnen Vorstellung live.

PZ: Der Vorgänger „Chicago“ war ein eher intimes Jazz-Musical. Ist „Rocky“ da ganz anders?

Boris Ritter: Die Gegensätze könnten nicht größer sein. Die Musik von Rocky ist sehr energiegeladen, elektrisch, laut und rockig – im ganz positiven Sinn, einfach mitreißend!

PZ: Was sind die musikalischen Höhepunkte des Werks?

Boris Ritter: Das sind zum einen die bekannten Hymnen und Hits wie „Eye Of The Tiger“, „Gonna Fly Now“ oder der nun neue Song „Living In America“ aus dem Original-Filmsoundtrack. Zum anderen lebt das Stück aber auch von großen Pop-Balladen. Der Komponist Stephen Flaherty ist beim Schreiben der Musik für „Rocky“ so vorgegangen, als schreibe er Musik für einen Film. Alle Übergänge sind sehr fließend. Das spiegelt sich auch auf der Bühne bei den Kulissenwechseln wider. Dadurch entsteht ein sehr filmischer Eindruck.

PZ: „Rocky“ ist ein Musical nach dem Film. Kann ich zu Hause bleiben, wenn ich den Film schon kenne?

Boris Ritter: Das Musical orientiert sich zwar ganz eng am Film. Wer aber wegbleibt, verpasst ein einzigartiges Live-Erlebnis, das kein Film der Welt erzeugen kann: Im großen Finale schiebt sich der Boxring mitten in den Saal und verwandelt den Zuschauerraum in eine Sportarena – atemberaubend!

PZ: Wie lang ist das Stück in Stuttgart eingeplant?

Boris Ritter: Wie bei jeder Produktion bei Stage Entertainment laufen die Verträge von „Rocky“ zunächst ein Jahr. Doch ich bin sehr zuversichtlich, dass „Rocky“ etwas Großes in Stuttgart wird. Das Publikum in den Vorpremieren war begeistert. Wir freuen uns über die vielen euphorischen Rückmeldungen.