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07.08.2015

Dodokay beim Klostersommer

Calw-Hirsau. Nee, er kann auch Hochdeutsch. Geschliffenes Hochdeutsch sogar. Gleich zu Beginn seines Solo-Gastspiels beim Klostersommer in Hirsau gibt Dominik „Dodokay“ Kuhn einige von ihm produzierter Werbeslogans und Synchronisationen zum Besten, die zwar größtenteils für einen Reutlinger Sprudel Reklame machen, es aber in Sachen penetranter Intensität durchaus mit der auf Schwäbisch buchstäblich bis zum Abwinken wiederholten Müsli-Radiowerbung aus Waldenbuch aufnehmen können.

Im Kloster Hirsau spielt Kalauer-König Dominik Kuhn (45) seine One-Man-Show „Die Welt auf Schwäbisch“ vor ausverkauften Rängen. Man versteht sich von Anfang an. Und hier müsste er nicht unbedingt ins Halbhochdeutsch übersetzen, was ein gar nicht so imaginärer Schwabe meint, wenn er im Vorbeigehen süffisant kommentiert: „So, sitze ma uff’m Bänkle?“

Nämlich: „So, schaffen ma nix, du faule Sau!“ Er tut’s trotzdem und löst mit beiden Sätzen Lach-stürme beim Publikum aus.

Erfolg mit Youtube-Clips

Auch wer Dominik Kuhn als Comedian gar nicht kennt, dürfte mit hoher Wahrscheinlichkeit einen seiner unter dem Internet-Namen „Dodokay“ geposteten Fan-Synchronisationen kennen: Mindestens 2,4 Millionen Mal wurde beispielsweise der aktuelle Upload seiner humorvollen Synchronisation einer Rede Barack Obamas auf YouTube abgespielt, bei der er dem US-Präsidenten lupenreinen schwäbischen Dialekt unterjubelt – und auf einer Eigentümerversammlung gegen das „Einstellen von Fahrrädern in den Hausflur“ wettern lässt.

Begonnen hat der gebürtige Reutlinger mit seinen parodistischen Video-Synchronisationen, so erzählt er den Zuschauern in Hirsau, vor neun Jahren.

Schwieriges Geschäft

Tatsächlich verschafft ihm sein Film „Virales Marketing im Todesstern Stuttgart“ 2007 in kürzester Zeit bundesweite Aufmerksamkeit, da er beispielsweise in einer Sequenz aus „Star Wars“ die Werbeszene mitreißend komisch persifliert. Inzwischen, so verrät er beim Hirsauer Klostersommer, sei „das nicht mehr so einfach, da die Filmverleihfirmen den Daumen drauf haben“. Dass gerade aber die von ihm synchronisierten Clips das Sprachtalent von Dominik „Dodokay“ Kuhn am besten transportieren, etwa wenn er im Bundestag nicht nur Schäuble und Merkel, sondern auch Künast und Zypries neu vertont, weiß er selbst am besten – und so nehmen gerade die Video-Konserven bei seinem Live-Auftritt ziemlich breiten Raum ein.

Doch auch die nur schlicht erzählten, eher spontan daherkommenden Anekdoten sind echte Zwerchfell-Torpedos – so lässt er eine resolute schwäbische Bauern-Witwe beispielsweise seufzen: „Er isch mer halt a Wäng arg ugschickt in d’Ernte nei gschtorbe“.