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Ein Sommer-Sonnenabend, bei den die Dozenten die Zuhörer im Kurpark begeisterten. Foto: Roller
Ein Sommer-Sonnenabend, bei den die Dozenten die Zuhörer im Kurpark begeisterten. Foto: Roller
31.08.2017

Dozenten des Schömberger Kammermusikkurses geben Serenadenkonzert

Schömberg. Was könnte es an einem lauen Sommerabend Schöneres geben, als sechs spielfreudigen Musikern dabei zuzuhören, wie sie unter freiem Himmel Stücke von Mendelssohn Bartholdy, Brahms und anderen zur Aufführung bringen? Offensichtlich nicht viel, denn sonst hätte das Publikum während des gut einstündigen Konzerts wohl nicht mucksmäuschenstill zugehört, immer wieder viel Applaus gespendet und am Ende nach einer Zugabe verlangt.

In der Schömberger Kurmuschel zeigten am Dienstagabend die sechs Dozenten zum Auftakt des 8. Kammermusikkurses (bis 2. September), dass sie nicht nur für die rund 50 vorwiegend jugendlichen Teilnehmer gekommen sind, sondern auch selbst musikalisch top sind. Tobias Schabenberger (Klavier), Gerd-Uwe Klein (Violine), Renate Harr (Violine, Viola), Claudia Rink (Viola), David Raiser (Cello) und Georg Noeldeke (Kontrabass) präsentierten ein kurzes, aber vielfältiges musikalisches Programm. Heiter und beschwingt ging es mit dem Allegro vivace aus Mendelssohn Bartholdys Klaviersextett in D-Dur (op. 110) los, bei dem sich sofort ein dynamisches, gut ausbalanciertes Ensemblespiel ergab. Etwas dunkler und verträumter wirkte das Allegro aus Louise Farrencs erstem Klavierquintett (op. 30). Ein romantisch gefärbtes, komplexes Stück, das nur äußerst selten zu hören ist. Pianist Tobias Schabenberger gab hier mit präzisem Tastenanschlag souverän den Ton an, während die Streicher immer wieder schöne Aufschwünge lieferten.

Einen deutlichen Kontrast zu diesen beiden sinfonischen Werken bildete das „Fugitans“ von Dozent Georg Noeldeke. Passend zum Titel, wird in aufgeregten, musikalischen Bewegungen voller Intensität die Geschichte vom Hasen und vom Igel erzählt. Ein nach vorne preschendes Stück, von den Streichern mal zupackend, mal fröhlich vorgetragen. Beweglich agierten die Streicher auch beim Allegro ma non troppo aus Brahms Klavierquintett in f-Moll (op. 34). Das Ensemble trat als Team auf. Nur so kann bei diesem themen- und kontrastreichen Stück der Ausgleich zwischen wuchtigem Klavier auf der einen und zarten Streichern auf der anderen Seite gelingen.

Die in großer Zahl erschienenen Zuhörer waren begeistert. Die Zugabe folgte noch, bevor die Sonne untergangen war.