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Calixto Bieito - Spanischer Regisseur, der die Stuttgarter „Fairy Queen“ inszeniert hat
Calixto Bieito - Spanischer Regisseur, der die Stuttgarter „Fairy Queen“ inszeniert hat
03.02.2016

Drei Fragen an den spanischen Regisseur Calixto Bieito

Die PZ führte ein Kurzinterview mit mit dem Regisseur Calixto Bieito über sein Stück „Fairy Queen“.

1.Ihre Produktion „Fairy Queen“ ist eine Posse über Irrungen und Wirrungen der Liebe. Wie wichtig ist Ihnen Sexualität, Liebe?

Es ist Teil des Lebens. Du denkst ja die ganze Zeit daran. Es ist sehr wichtig, weil es um unsere Körper geht, darum, die Haut eines anderen Menschen zu berühren. Es kann schön, aber es kann auch schrecklich sein. Aber dieses Thema ist eigentlich erledigt. Die sexuelle Revolution ist erledigt. Wir dürfen nicht zurückgehen.

2. Sex und Gewalt sind oft dominant in Ihren Arbeiten – Wie stark wollen Sie provozieren?

Meine Themen sind nicht nur Gewalt, es geht um Zärtlichkeit, Liebe, Melancholie. Ich bringe Gewalt in meine Shows, weil ich Gewalt verabscheue – sehr. Ich hasse es. Es ist keine Therapie für mich. Wenn es Gewalt gibt in meinen Stücken, dann weil es schon in den Werken von Shakespeare ist. Auch Schiller ist voll von Gewalt. Aber „The Fairy Queen“ nicht. Es ist eine modernistische Geschichte über Liebe.

3. Wie wichtig ist es für Sie, Ihre Zuschauer zu beglücken?

Es gibt immer wieder einige, die entsetzt den Saal verlassen. Ich mache die Arbeit mit großem Glück oder mit großem Hass. Das Publikum ist der letzte Teil meiner Arbeit. Natürlich will ich, dass die Zuschauer zufrieden sind. Aber manchmal gelingt es nicht. Es ist, wie es ist. Ich musste schon viel Aggression ertragen. Nicht in Deutschland, aber in Italien und Spanien, und doch bekomme ich dort zugleich sehr viele Preise. Es ist ein Widerspruch.