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Mit makellos schönem und kraftvollem Bariton gestaltet Eddie Gauntt sein Konzert in der Leonhardskirche.  molnar
Mit makellos schönem und kraftvollem Bariton gestaltet Eddie Gauntt sein Konzert in der Leonhardskirche. molnar
29.02.2016

Eddie Gauntt sorgt für Hörgenuss in Knittlingen

Knittlingen. Es ist ein Lied, das um die Welt ging, das oft von Stars gesungen wurde – „Amazing Grace“. Auch Eddie Gauntt liegt dieses Kirchenlied am Herzen. Dass er als Interpret geradezu dafür geschaffen ist, wird in der ausverkauften Leonhardskirche Knittlingen auf Anhieb deutlich. Schon die A-cappella-Einleitung ist ergreifend schön.

Von Florian Sitzmann am Konzertflügel begleitet, steigert der aus Texas stammende Bariton die Melodie zu einem emotional bewegenden Hörgenuss. Die immense Stimmkraft, das zupackend Markige und Warme seines Timbres begeisterten mehrfach an diesem Abend, der von der evangelischen Kirchengemeinde veranstaltet wurde. Zum vierten Mal gastiert Edward Gauntt, der seit über 30 Jahren am Badischen Staatstheater Karlsruhe engagiert ist, in Knittlingen – diesmal allerdings mit seinem ersten Soloprogramm, das Opernklassiker, Gospel, Musicalsongs und geistliche Stücke umfasst. Doch ganz allein steht der Kammersänger nicht auf der Altarbühne: Im Duett mit seinem Sohn Lukas (24) glänzt der 60-Jährige mit Louis Armstrongs „What a wonderful world“ und dem Gospel „Impossible Dream“. Zwei Duette, die von Herzen kommen. Mit zwei Klavierimprovisationen begeistert auch der Pianist, Arrangeur und gefragte Musikproduzent Florian Sitzmann („Söhne Mannheims“).

Musik in Bilder umgesetzt

Die niedersächsische Künstlerin Antje Fink lässt sich davon inspirieren, setzt die Musik mit Acryl, Tusche und Ölkreide direkt in gemalte Bilder um. Es ist ein neues Projekt mit Videoübertragung, das Sitzmann und Fink, beide gebürtige Karlsruher, realisieren. Doch im Mittelpunkt steht Gauntt – und seine Beiträge hätten keines extra Ausdrucks der Künstlerin bedurft. Fast störend ist das Agieren an der Staffelei bei dem persönlichen Lied „The Man I Am“, das Gauntts Frau Cae für ihn geschrieben hat, mit einer Melodie von Sitzmann.

Um Liebe, Hoffnung und Erfahrungen im Leben drehen sich auch viele andere Lieder, „You’ll never walk alone“ aus dem Musical „Carousel“ etwa oder die Puccini-Arie „Nessun dorma“ mit christlichem Text. Eindringlich gestaltet der Sänger auch Leonard Bernsteins „Somewhere“ aus der „West Side Story“. Und den Traum vom Frieden in der Welt singt er sich – mal lyrisch zart, mal kraftvoll schmetternd – bei dem Klassiker „Nella Fantasia“ herbei, ebenso bei „Du kannst die Welt nicht tragen“ auf die Melodie des Bach-Chorals „O Haupt voll Blut und Wunden“.