760_0900_101906_Kerstin_Meyer_03.jpg
Engagiert für ihre Branche: Kerstin Mayer und Andreas Reißer. 

Eigene Sektion im Kulturrat gegründet – Mehr Einfluss auf Ornamenta-Pläne erhofft

Pforzheim. „Es war höchste Zeit“, darin sind sich Kerstin Mayer und Andreas Reißer einig: Zu Beginn des Monats haben sie mit rund 20 weiteren Schmuckschaffenden die Sektion Schmuck im Pforzheimer Kulturrat gegründet. Unter anderem, weil sie sich als Schmuckgestalter so gar nicht in die Ornamenta-Planung der Stadt einbezogen sahen.

Das hat sich jetzt – „auf unser Drängen hin“ – geändert. Die Sektion ist zumindest als Gast in der Lenkungsgruppe für eine Ornamenta 2024 vertreten. Seit rund 20 Jahren, erinnert sich Kerstin Mayer, gebe es Planungen, sich als Schmuckschaffende zu organisieren. Doch jetzt gaben die von Anina Gröger initiierten Offenen Ateliers und die Ausstellung „Wechselspiel“ sowie das Jubiläum „250 Jahre Goldstadt“ letzlich den Ausschlag, sie auch in die Tat umzusetzen. Nach einem privaten Treffen bei Anina Gröger stand fest: Wir wollen Teil des Kulturrats werden. Denn: Für Mayer und Reißer haben sich die Zeiten geändert, in denen jeder Schmuckmacher allein zuhause vor sich hingearbeitet hat. „Wir müssen die Netzwerke, die jeder einzelne hat, verbinden“, sagt Reißer. Und: „Wir müssen dem Schmuck in der Stadt eine Stimme geben.“ Auch, um mehr Selbstbewusstsein zu entwickeln. „Pforzheim ist eigentlich das Silicon Valley des Schmucks“, fügt Meyer an. So hochkarätige Ausbildungschancen, so hervorragende Produktionsmöglichkeiten und eine so gute Zusammenarbeit mit Schmuckfirmen gebe es sonst nirgendwo. Ihr Wunsch: „Die Stadt vereint sich im Schmuck.“

Und während die Industrie Probleme habe, wachse die Szene der jungen Schmuckgestalter ständig. Gerade deshalb ist für sie eine Ornamenta 2024 so wichtig: Denn die Chance, sich einem internationalen Publikum und Gästen aus aller Welt zu präsentieren, sollte sich die Stadt nicht entgehen lassen. Vor allem wiederkehrende Ausstellungen sind ein Ziel der neuen Sektion. Die sieht sich keinesfalls als geschlossene Gruppe für Schmuckgestalter, sondern ist auch für alle Interessierten offen.

Die nächste Sitzung der Arbeitsgruppe ist bereits am Montag. Wer sich dafür interessiert, kann sich mit Kerstin Mayer (Telefon 01 71/48 28 842) oder Andreas Reißer (Telefon 07231/417444) in Verbindung setzen.

Sandra Pfäfflin

Sandra Pfäfflin