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Der Leipziger Maler Arno Rink ist mit 76 Jahren gestorben. Foto: Wüstneck
Der Leipziger Maler Arno Rink ist mit 76 Jahren gestorben. Foto: Wüstneck
07.09.2017

Ein Leben für die Malerei – Arno Rink ist tot

Leipzig. Vollblutmaler, Malermacher, Vater der Neuen Leipziger Schule: Arno Rink war ein „leidenschaftlicher Gegenständler“. Er sah sich selbst als „harten Kern der gegenständlichen Malerei“, auch wenn Kritiker seine Bilder zuweilen nicht mehr für zeitgemäß hielten. Auch Neo Rauch, einer der wichtigsten deutschen Maler der Gegenwart, holte sich das Rüstzeug bei dem „Malermacher“, dem die Schüler wie Kinder waren. Drei Wochen vor seinem 77. Geburtstag starb Rink nach schwerer Krebserkrankung am Dienstag in Leipzig. Bis zuletzt hatte er im Atelier gearbeitet.

Am 26. September 1940 im thüringischen Schlotheim geboren und aufgewachsen, besuchte Rink nach dem Abitur die Arbeiter- und Bauernfakultät für bildende Kunst in Dresden. An der renommierten Hochschule für Grafik und Buchkunst (HfBK) in Leipzig wurde er zunächst abgelehnt, arbeitete dann als Fahrstuhlführer in der Wollkämmerei. Als es 1962 im zweiten Anlauf klappte, blieb Rink fast ein halbes Jahrhundert – erst als Student, dann als Lehrer, Rektor und Prorektor. Und er war dann auch der einzige Chef einer Hochschule der DDR, der nach der Wende im Amt blieb.

Daneben mehrte Rink stets sein eigenes Oeuvre. Als 15-Jähriger hatte er mit zeichnerischen Versuchen begonnen und später auch die Öl-Malerei für sich entdeckt. Schon in den 1970er- und 1980er- Jahren bereicherte seine unverwechselbare Bildsprache die Malerei in der DDR. An manchen Werken arbeitete er bis zu sieben Jahre. „Ich war schon immer so langsam. In der DDR fiel das bloß nicht so auf“, berichtete er schmunzelnd.

Er habe stets „die Freiheit der Malerei mit dem Mut zum Pathos“ verteidigt, sagte ein Sprecher des Museums der bildenden Künste in Leipzig. „Die Sinnlichkeit des Eros, aber auch das Leiden am Menschen sind seiner Malerei eingeschrieben.“