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Zurückgekehrt: der Isenheimer Altar von Matthias Grünewald.   Cugnot
Zurückgekehrt: der Isenheimer Altar von Matthias Grünewald. Cugnot
16.12.2015

Ein Museum für Zeitreisende

Colmar. Das Unterlinden-Museum in Colmar ist weit über die Grenzen Frankreichs hinaus bekannt. Mit der Neueröffnung ist jetzt der Isenheimer Altar in der erneuerten Kapelle zu sehen, moderne Kunst aus dem Depot hängt in neuen Galerien.

Die größte Herausforderung war der Umzug des Isenheimer Altars. Der war nötig, um die Kapelle des ehemaligen Dominikanerklosters zu restaurieren, in der der Altar seinen Stammplatz hat. Das Meisterwerk von Matthias Grünewald (1480–1528) wurde vor zwei Jahren in seine Einzelteile zerlegt und in die nahe gelegene Dominikanerkirche transportiert. „Wir haben nichts dem Zufall überlassen. Jede Phase der Demontage wurde fotografiert, registriert und aufgezeichnet“, sagte die Chefkonservatorin des Museums, Pantxika de Paepe.

Der Museumskomplex umfasst das alte Kloster, ein ehemaliges Stadtbad im Jugendstil und einen Neubau der bekannten Architekten Herzog & de Meuron, den man durch eine unterirdische Galerie erreicht. Dort sind selten ausgestellte Werke von Jean Dubuffet, Nicolas de Staël, Otto Dix und Pablo Picasso zu sehen. „Der Besucher wird wie in einer Zeitreise behutsam vom Mittelalter über das 19. und 20. Jahrhundert in die Moderne geführt“, sagte de Paepe.

Für mehr als 35 Millionen Euro wurde die Ausstellungsfläche auf etwa 8000 Quadratmeter verdoppelt. Es gibt mehr Komfort für die Besucher, mit Museumsshop und Multimedia-Bereich. Offiziell wird das Museum am 23. Januar eröffnet, dazu haben sich Frankreichs Staatspräsident François Hollande und EU-Parlamentspräsident Martin Schulz angemeldet. Mit etwa 180 000 Besuchern pro Jahr gehört das Museum zu den wichtigsten Kunstzentren Frankreichs außerhalb von Paris. Petra Klingbeil