nach oben
Das Musical ist mit vielen Kinderdarstellern besetzt – wie Emile Gooding als Billy Elliot. Das hat eine reguläre Spielzeit in Deutschland verhindert. Foto: Malzkorn
Das Musical ist mit vielen Kinderdarstellern besetzt – wie Emile Gooding als Billy Elliot. Das hat eine reguläre Spielzeit in Deutschland verhindert. Foto: Malzkorn
03.07.2017

Ein armer Junge will Balletttänzer werden: Billy Elliot auf der Musical-Bühne

Hamburg. „Sei Dir immer treu“ – bittet Billy Elliots Mutter ihren kleinen Sohn kurz vor ihrem Tod. So kämpft der kleine Junge in einer armen britischen Bergbaustadt während der Minenarbeiter-Streiks 1984 für seinen großen Traum: Er möchte Balletttänzer werden. Die Geschichte „Billy Elliot“ begeisterte schon als Film Millionen Menschen und schaffte es 2005 auf die Musical-Bühne. Zwölf Jahre später ist diese Version auch in Deutschland zu sehen – allerdings nur als Gastspiel für vier Wochen. Die knapp 2000 Premieren-Zuschauer im Hamburger Mehr!-Theater feierten die Produktion.

Bevor es an die Ballettstange geht, steht Billy (Emile Gooding) aber erst einmal im Boxring. Seine Familie kratzt das Geld für den Unterricht zusammen, auch wenn der Junge dabei wenig Spaß hat. Das Publikum lacht, wenn er sich abmüht – und seine Bewegungen zum Entsetzen seines Lehrers eher einem Tanz gleichen. Durch Zufall landet Billy wenig später in der Ballettstunde – und will von nur noch tanzen. Trainieren muss er heimlich, denn ein Junge beim Ballett, davon hält sein Vater – ein einfacher Minenarbeiter – nichts. Bis in die kleinsten Rollen ist die Produktion toll besetzt. Vor allem die Kinderdarsteller Emile Gooding und Samuel Torpey, der Billys Freund Michael spielt, begeistern das Publikum. Vier Jungen zwischen 12 und 14 Jahren spielen abwechselnd die Billy-Rolle, insgesamt sind 23 Kinderdarsteller Teil der Produktion.

Es war Elton John, der die Idee hatte, aus dem Kinostreifen ein Musical zu machen, und der die Musik schrieb. Weltweit sahen das preisgekrönte Werk schon rund elf Millionen Menschen. Viele Jahre scheiterten Versuche, ganzjährig eine deutsche Fassung zu zeigen. Es war zu schwierig wegen des Kinder- und Jugendarbeitsschutzgesetzes. Man hätte zu viele herausragende Kinderdarsteller gebraucht. Deshalb entschied man sich, die Originalproduktion als Gastspiel einzuladen.

Stephanie Lettgen