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Daniel Hughes: Der Mann mit Bart und Zopf nimmt seine Zuhörer mit auf einem Parforceritt quer durch die Jahrzehnte.  Foto: Roller 

Ein bunter Mix aus Genres und Musikrichtungen: Daniel Hughes in Pforzheim

Pforzheim. Größer könnte der Kontrast wohl kaum sein: Zuerst „Sunny Afternoon“ von den Kinks, dann der 1930er-Jahre Schlager „J’attendrai“ und dann die Beatles mit „Help!“. Passt nicht? Passt doch. Daniel Hughes beweist es. Der selbsternannte „Post-Hipster-Tenor“ aus Kirchheim unter Teck schert sich nicht um Konventionen. Er spielt, was gut klingt – ohne Rücksicht auf Genre- und Stilgrenzen.

Der Mann mit dem Bart und den langen, zu einem Zopf zusammengebundenen Haaren nimmt seine Zuhörer am Freitagabend auf der Terrasse des „Cafés Roland“ mit auf einen Parforceritt einmal quer durch die Jahrzehnte, vorbei am Folk-Rock, an den Hits aus Operetten, an Jazzstandards, an Countrymusik und an Gangster-Rap. Bei ihm weiß man nie, was als nächstes kommt.

Bushido oder Beatles?

Ein Schlager? Etwas von Hannes Wader? Von Johnny Cash, von Elvis, von Woody Guthrie, von Bushido oder von den Beatles? Es scheint nichts zu geben, das Hughes mit seiner warmen, gefühlvollen Stimme nicht singen kann. Auf der Akustikgitarre begleitet er sich selbst, den Oberkörper leicht hin und her bewegend, die Knie immer wieder vor und zurück drückend. So unterschiedlich sie auch sein mögen: Bei ihm klingen alle Lieder ganz entspannt, laden zum Träumen und zum Vergessen des Alltags ein. Hughes lebt „eigentlich schon immer“ von der Musik. Mit ihr ist er aufgewachsen: Als er fünf Jahre alt war, fand er bei seiner Oma eine Schaltplatte von Elvis, ein Jahr später eine Kassette der Beatles. Wenn es bei ihm so etwas wie ein Erweckungserlebnis gab, dann muss es das gewesen sein. Hughes ist ein vielseitiger Künstler. Einer, der auch in Seniorenheimen und in Kindergärten auftritt. Und einer, der eine Swing-Band hat. Der Auftritt auf der Terrasse des „Cafés Roland“ ist sein erster in Pforzheim. Das bunt gemischte Publikum hört ihm gerne zu, wenn er auf Englisch singt, auf Italienisch, auf Französisch und mit Wiener Schmäh. Auch jodeln darf er.

Mit einem Getränk sitzen die Gäste an ihren Tischen, manche voll auf die Musik konzentriert, andere in Gespräche vertieft. Ein leichter Wind weht durch die warme Abendluft. Dazu zarter Gitarrenklang und die weiche Stimme von Hughes. Was könnte es Schöneres geben?