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Netzwerk von Künstlerinnen: Helga Digel, Regina Rieber, Anina Gröger, Gloria Keller und Andrea Wolf (von links). Am kommenden Wochenende öffnen sie ihre Ateliers. Foto: Seibel
Netzwerk von Künstlerinnen: Helga Digel, Regina Rieber, Anina Gröger, Gloria Keller und Andrea Wolf (von links). Am kommenden Wochenende öffnen sie ihre Ateliers. Foto: Seibel
02.11.2018

„Ein spannender Kunstspaziergang“: Anina Gröger und die „Offenen Ateliers“

Das Wochenende am 10. und 11. November lockt Pforzheims größte Kunstaktion des Herbsts, die „Offenen Ateliers“ zur Begegnung mit interessanten Künstlern und spannenden Werken. Was genau geplant ist und wer teilnimmt, erzählt Künstlerin Anina Gröger im Interview.

PZ: Was sind die Offenen Ateliers?

Anina Gröger: Die Kunstschaffenden öffnen ihre Türen für Besucher. In Pforzheim sind das mehrere Sparten, denn neben Bildender Kunst ist auch Design vertreten, wie im vergangenen Jubiläumsjahr schon Schmuck, nun aber auch noch Mode. Was den Unterschied zu den vor vielen Jahren schon stattgefundenen Offenen Ateliers ausmacht: Es sind nur professionell arbeitende Künstler dabei. Ich habe die Offenen Ateliers weder kuratiert noch juriert, sondern versucht, viele Kollegen zu erreichen, um das künstlerische Schaffen in Pforzheim breitmöglichst zu zeigen.

PZ: Wie viele Künstler und Designer sind denn vertreten?

Anina Gröger: 104 Künstler stellen an 31 Orten aus. Und da können die Besucher entdecken, wie überraschend viele Kunstschaffende es in der Stadt gibt. Selbst die teilnehmenden Künstler waren erstaunt, wie viele Kollegen hier leben und arbeiten. Für die bevorstehenden Offenen Ateliers habe ich weitere, neue Namen. Unter anderem drei Künstler, die an der Akademie in Karlsruhe studiert haben, und jetzt nach Pforzheim gezogen sind, weil hier die Mieten günstiger sind, und die Ateliers dadurch größer. 

PZ: Und welche Orte sind das?

Anina Gröger: Überwiegend die Ateliers der Künstler, die weitere Freunde und Kollegen für die gemeinsame Ausstellung eingeladen haben. Ganz neu ist der alte Schlachthof, der bespielt wird. Hochspannend der Ort, hochspannend die Fotografen, die dort zu erleben sind. Der Archäologische Schauplatz Kappelhof ist dabei, das Zeichenprojekt von Ochs und Ganter ist neu, der Kunstverein Brühlstraße, die Künstlergilde Buslat ... Das meiste spielt sich aber in der Innenstadt ab, so dass man am Wochenende einen spannenden Kunstspaziergang unternehmen kann. Vieles gibt es in der Nordstadt zu sehen, aber auch auf dem Rodgebiet, wo beispielsweise Dieter Huthmacher ausstellt, der sich Axel Hertenstein als Gast eingeladen hat. 

PZ: Welche Kunstformen gibt es zu sehen?

Anina Gröger: Bildende Kunst in allen Formen: Zeichnung, Gemälde, Grafik, Radierung, Skulpturen und Plastiken, viel Fotografie, Videokunst und Trickfilme, Installation, Schmuck- und Modedesign.

PZ: Werden nur Pforzheimer Künstler präsentiert?

Anina Gröger: Nein, in diesem Jahr haben wir auch Kollegen aus dem Enzkreis und den Landkreisen Calw sowie Freudenstadt als Gäste eingeladen. Es geht mir dabei auch um die Stärkung der Kulturregion. Anfangs noch im Hinblick auf eine Kulturhauptstadtbewerbung. Da wäre dann schon ein erstes gemeinsames Projekt der Kunstschaffenden vorhanden gewesen. Wichtig ist mir aber auch, dass das Netzwerk der Künstler nicht nur virtuell ist, sondern dass man sich auch wirklich kennenlernt und vielleicht neue Projekte ausdenkt.

PZ: Wie kamen denn so viele Künstler zusammen?

Anina Gröger: Ich habe ein gutes Netzwerk und einfach mal alle angesprochen, die ich kenne. Das ging dann wie ein Lauffeuer weiter. Weil jeder kannte wieder einen, der noch einen möglichen Kandidaten kannte. Es waren ganz schnell 100 Teilnehmer.

PZ: Das hört sich alles in allem auch nach einer unglaublich zeitintensiven Vorbereitung an. Wie gelingt es, so was zu organisieren?

Anina Gröger: Ich weiß es nicht (lacht), aber es wird schon klappen. Ich mache es einfach und hoffe, dass es erfolgreich wird und die Kunstschaffenden das Bedürfnis haben, dass es auch in Zukunft weitergeht – egal, wer die Offenen Ateliers organisiert.

INFO

Am Samstag und Sonntag, 10. und 11. November, jeweils 11 bis 19 Uhr, präsentieren sich über 100 Kunstschaffende aus den Bereichen Bildende Kunst, Design und Schmuck in ihren Ateliers oder an anderen Orten. Der Übersichts-Flyer liegt in der Stadtinformation aus und findet sich im Internet unter www.offeneatelierspforzheim.wordpress.com