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28.03.2017

Eine Region wächst zusammen - Schwarzwald Musikfestival präsentiert 17 Konzerte

Bollenhut, Kuckucksuhr und Schinken – der Schwarzwald ist eine Weltmarke. Das sind Legenden und Mythen, das ist Tüftlertum an dunklen Abenden. Und es kommt sicher nicht von ungefähr, dass sich die höchste Dichte an Weltmarktführern in Baden-Württemberg befindet.

Im Schwarzwald treffen drei der insgesamt vier Regierungsbezirke aufeinander, weshalb Intendant Mark Mast vom „großen Integrationsprojekt Musikfestival“ spricht: Es treffen Badener und Württemberger, Protestanten und Katholiken, unterschiedliche Regionen und Traditionen aufeinander. Und doch ist es „ein Schwarzwald“, der zwischenzeitlich neben seiner Wirtschaftskraft auch wichtiger Tourismusfaktor ist. Aber – das wird Mast nicht müde, zu betonen: „Das Schwarzwald Musikfestival richtet sich primär an die Menschen in der Region. In der 20. Konzertsaison, nachdem wir an mittlerweile 56 Spielorten musiziert haben, ist das Festival in den Köpfen der Menschen angekommen, es wird angenommen. Jetzt kommen immer mehr Touristen dazu.“ Präsentiert wird das Festival auch von der "Pforzheimer Zeitung".

Reizvolle Aufführungsorte

Bespielt werden nicht nur historisch bedeutsame Orte wie Kirchen, Klöster und Schlösser mit ihren Festsälen, sondern auch Firmen, die ihre Produktionsstätten und Künstler, die ihre Werkstätten für Konzerte öffnen. Hinzu kommen „authentische Schwarzwaldspielstätten“, Orte wie die Vogtsbauernhöfe oder die Glashütte in Baiersbronn-Buhlbach. Dort finden ganz spezielle Konzerte auf beispielsweise Glas- oder Naturinstrumenten statt. Die Multiinstrumentalistin Edith Salmen wird beispielsweise im Kulturpark Glashütte am Dienstag, 30. Mai, 19 Uhr, eine Percussion-Show zum Thema „Glasperlenspiel“ darbieten, bei der Text aus dem gleichnamigen Hesse-Roman eingestreut ist.

Im Reformationsjahr 2017 sind die drei Eröffnungskonzerte diesem Ereignis gewidmet. Sie finden am Freitag, 19. Mai in Freudenstadt, am Samstag, 20. Mai, in Gräfenhausen-Rothaus und am Sonntag, 21. Mai, in der Bad Wildbad Trinkhalle statt – und präsentieren eine vom Festival in Auftrag gegebene Uraufführung, die das Lutherwort „da ist Freiheit“ musikalisch aufgreift.

Enjott Schneider vertonte damit zugleich die Losung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, die zusammen mit Felix Mendelssohn-Bartholdys „Reformationssymphonie“ und Frédéric Chopins 2. Klavierkonzert aufgeführt wird.

Dem Wunsch Masts, jedes Konzert solle einen Mehrwert darstellen und eine Besonderheit im Jahreskreislauf bieten, entspricht auch das Konzert mit dem Entertainer Martin Schmitt und dem Südwestdeutschen Kammerorchester Pforzheim, bei dem die Klassik anfängt zu grooven, das Konzert zur Show zu werden verspricht (Sonntag, 4. Juni, 19 Uhr, Kulturhaus Osterfeld).

Etwas Neues auszuprobieren, das es so vor Ort noch nicht gegeben hat – auch diesen Anspruch löst Mast damit ein. Sein Wunsch fürs nächste Jahr hängt die Messlatte hoch: „Nachdem wir 2016 bereits eine Auslastung von 81 Prozent hatten und acht von 18 Konzerten ausverkauft waren, ist mein nächstes Ziel, dass alle Konzerte ausverkauft sind.“

Eine Woche lang klingt, swingt, groovt und jazzt jedenfalls der Schwarzwald von Ettlingen und Pforzheim im Norden bis St. Blasien und Rothaus im Süden.

Karten und das detaillierte Programm gibt es auf www.schwarzwald-musikfestival.de und auf www.stadtklar.de, der Veranstaltungsseite der "Pforzheimer Zeitung"