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Kulturratsvorsitzende Ulrike Rein (links) führt in die Bildwelten ein. Foto: Meyer
Kulturratsvorsitzende Ulrike Rein (links) führt in die Bildwelten ein. Foto: Meyer
23.06.2017

Einführung der Bildwelten in Stadtbibliothek

Pforzheim. Was passiert, wenn die Nebensache zur Hauptsache wird? Diese Frage stellt eine neue Ausstellung in der Pforzheimer Stadtbibliothek – und beantwortet sie auf ganz unterschiedliche Weise. Denn bei der Schau der Sektion Bildende Kunst des Pforzheimer Kulturrats steht das Ornament im Mittelpunkt. Noch bis Samstag sind die Werke von sechs Künstlern aus Pforzheim und der Region zu sehen.

Pforzheim. Was passiert, wenn die Nebensache zur Hauptsache wird? Diese Frage stellt eine neue Ausstellung in der Pforzheimer Stadtbibliothek – und beantwortet sie auf ganz unterschiedliche Weise. Denn bei der Schau der Sektion Bildende Kunst des Pforzheimer Kulturrats steht das Ornament im Mittelpunkt. Noch bis Samstag sind die Werke von sechs Künstlern aus Pforzheim und der Region zu sehen. Angela Amon, Rosa Baum, Sibylle Burrer, Manfred Jeschke, Rosemarie Kraus, Gabriele Münster und Monika Ziemer nehmen eine Erscheinung der Kunst in ihre Mitte, die sonst bestenfalls zum Beiwerk taugt: Das Ornament darf kreisen, ranken, sich winden – im Mittelpunkt steht es selten.

„Aber in Pforzheim drängt sich das Thema ja quasi auf“, sagt Ulrike Rein, die Vorsitzende des Kulturrats, bei ihrer Einführung. Denn – bloß – zum Schmücken sind sie da, die wilden Muster, denen man überall begegnen kann. Selbst im Technischen Rathaus, das als zweites Motiv der Ausstellung fungiert. Aus diesem Spannungsfeld gewinnen die sechs Künstler ganz eigenständige Positionen. Manfred Jeschke hat sich mit der Kamera ins Rathaus begeben – und türmt die strengen Linien des Baus zu wallenden Farb-kugeln.

Weniger bunt Gabriele Münsters Beiträge: Bei ihr formieren sich schwarz-weiße Vierecke zu düsteren Fensterlandschaften. Wie sehr sich in der Wiederholung der ornamentalen Strukturen auch Freiheit verbirgt, zeigen die Werke von Rosa Baum. Sie hat sich des Themas QR-Code angenommen: kleine Muster, aus quadratischen Punkten geformt, mit deren Hilfe sich Internetseiten leicht aufrufen lassen. Aber aus der abstrakten Wahllosigkeit der Punkte wachsen hier und dort figürliche Ahnungen hervor. Das Ornament spielt nun einmal gern – und manchmal auch die Hauptrolle.