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Paul Klees Gemälde „Sumpflegende“ ist ein Höhepunkt der Münchner Sammlung. Foto: Lenbachhaus
Paul Klees Gemälde „Sumpflegende“ ist ein Höhepunkt der Münchner Sammlung. Foto: Lenbachhaus
27.07.2017

Einigung im Raubkunst-Streit um Paul Klees Bild „Sumpflegende“

München. Der jahrzehntelange Raubkunst-Streit um Paul Klees „Sumpflegende“ ist beigelegt worden. Die Parteien einigten sich auf einen Vergleich, der gestern vom Stadtrat München bestätigt wurde. Damit bleibt das Ölgemälde im Münchner Lenbachhaus der Öffentlichkeit erhalten. Die Nacherben der Kunstsammlerin Sophie Lissitzky-Küppers hatten das Bild, ein Frühwerk Klees, zurückgefordert und auf Herausgabe geklagt. Sie gehen davon aus, dass die Nazis es 1937 widerrechtlich beschlagnahmt hatten.

Lissitzky-Küppers hatte das Gemälde im Jahr 1926 – zusammen mit weiteren Werken – als Dauerleihgabe an das Provinzialmuseum in Hannover gegeben, um ihrem Ehemann nach Russland zu folgen. Das Bild wurde 1937 von den Nationalsozialisten als „entartet“ diffamiert und beschlagnahmt, später in der Münchner Propaganda-Ausstellung „Entartete Kunst“ gezeigt und 1941 an den Nazi-Kunsthändler Hildebrand Gurlitt verkauft. Danach verlor sich die Spur zunächst.

Mehr als 20 Jahre später versteigerte ein Kölner Auktionshaus das 1919 entstandene Gemälde. Es wechselte in die Baseler Galerie Beyeler und kam später in Schweizer Privatbesitz. Die Stadt München und die Gabriele-Münter- und Johannes-Eicher-Stiftung kauften das Ölbild Anfang der 1980er-Jahre schließlich einer Galerie in Luzern ab.

Seit 1993 klagten die Nachfahren von Lissitzky-Küppers immer wieder auf Herausgabe des Bilds. Auf welche Summe sich die Parteien geeinigt haben, war zunächst unklar. Die Erben hatten mindestens 1,5 Millionen Euro gefordert; das sei etwa die Hälfte des Schätzwertes für das Klee-Bild. Die Kulturstiftung der Länder unterstützte den Verbleib des bedeutenden Werks in der Sammlung.