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Schimpft über den US-Präsidenten: Robert De Niro erhebt seine Stimme bei den Tony Awards. Foto: Zorn/dpa
Schimpft über den US-Präsidenten: Robert De Niro erhebt seine Stimme bei den Tony Awards. Foto: Zorn/dpa
17.08.2018

Einmal Mafioso, immer Mafioso: Mit 75 Jahren setzt Robert De Niro wieder auf seine Paraderolle

Los Angeles. Auch mit 75 Jahren hat es Robert De Niro als Mafioso noch drauf. Mit schmierig zurückgekämmten Haaren, offener Lederjacke und zwei Knarren in der Hand steht er über seinem Opfer – so wirbt ein Poster für den Mafiathriller „The Irishman“. Mit De Niro, Al Pacino, Joe Pesci und Harvey Keitel hat Martin Scorsese ein altbewährtes Team zusammengetrommelt. Es ist der neunte gemeinsame Spielfilm der Altmeister De Niro und Scorsese, nach Klassikern wie „Taxi Driver“, „Wie ein wilder Stier“ und den Mafia-Dramen „Hexenkessel“, „Good Fellas“ und „Casino“. Der Streifen soll 2019 herauskommen.

Zuletzt in Komödien erfolgreich

De Niro, der heute 75 Jahre alt wird, steht zu seinem Alter, zumindest auf der Leinwand. In der anzüglichen Hochzeitskomödie „The Big Wedding“ (2013) mimte er einen alternden Schürzenjäger, der mit Potenzmitteln nachhelfen muss. Als sexwütiger Großvater in „Dirty Grandpa“ (2016) überbot er sich dann mit derb-dämlichen Sprüchen an der Seite von Jungstar Zac Efron.

Als Comedystar machte De Niro in den letzten Jahren kräftig Kasse. In der Erfolgskomödie „Reine Nervensache“ mimte er einen für die Psychiater-Couch reifen Mafiaboss. In „Man lernt nie aus“ (2015) ist er ein Rentner, der aus Langeweile Praktikant wird. „Ein bisschen von ihm steckt in mir. Auch ich kann mir ein Leben ohne Arbeit nicht vorstellen“, sagte De Niro – damals 72.

Die Slapstickauftritte sind Jahrzehnte und Welten von den Filmen entfernt, die De Niro zur Legende machten. Die Szenen, in denen er 1976 als einsamer „Taxi Driver“ durch New Yorks düstere Straßen fährt, sind Kult. De Niro gilt als einer der größten Schauspieler Hollywoods – ein Experte für Außenseiter, gebrochene Charaktere und Menschen am Rande der Gesellschaft. Völlig in seinen Figuren aufzugehen war De Niros Kunst.

Mehrfach preisgekrönt

Für „Wie ein wilder Stier“ (1980), der die Lebensgeschichte des Boxers Jake La Motta erzählt, nahm er fast ein Jahr lang Unterricht bei der Boxlegende. Um auch den alternden Champion überzeugend spielen zu können, legte er 25 Kilo Gewicht zu. Die Mühe lohnte sich: Es gab den Oscar als bester Hauptdarsteller. Schon 1975 hatte er für seinen Auftritt als Vito Corleone in Francis Ford Coppolas vielfach preisgekröntem Werk „Der Pate II“ einen Oscar als bester Nebendarsteller erhalten. De Niro lernte dafür monatelang den sizilianischen Dialekt.

Der Sohn einer italienisch-irischen Künstlerfamilie wuchs bei der Mutter im New Yorker Viertel Little Italy auf. Die Hollywood-Erfolge konnten ihn nicht von seiner Heimatstadt weglocken. Er betreibt dort mit seiner Produktionsfirma Tribeca das gleichnamige Filmfestival. In New York lebt der erklärter Trump-Gegner und sechsfache Vater mit seiner zweiten Frau, Schauspielerin Grace Hightower.