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Ohne Effekthascherei: Sven Regener und seine „Element of Crime“. Foto: Roller
Ohne Effekthascherei: Sven Regener und seine „Element of Crime“. Foto: Roller
17.07.2017

„Element of Crime“ begeistern Zuhörer im Kulturhaus Osterfeld

Pforzheim. Ohne unnötige Schnörkel und ohne aufgesetzte Fröhlichkeit funktioniert die Musik von Sven Regener und seinen Bandkollegen am besten. Um Punkt acht fangen die fünf Musiker von „Element of Crime“ im Innenhof des Kulturhauses Osterfeld am Freitagabend an: melancholisch klingende Stücke mit einem langsamen, gleichmäßigen Rhythmus.

Der Groove ist lässig, die Spielweise etwas eigenwillig und der Grundton genauso wie Regeners Stimme: rau und dunkel. Musik zum Entspannen und Zurücklehnen. Aber nicht nur. „Alles schön und gut bis hierher“, sagt Regener nach etwa einer halben Stunde, „aber wo bleibt denn da die Rockmusik?“ Gute Frage. Die Antwort liefern die Musiker mit „Immer da wo du bist bin ich nie“ – einer aufgeregten Nummer mit einem wummernden, unnachgiebig nach vorne treibenden Bass, einem stark akzentuierten Schlagzeug und Regeners Reibeisen-Stimme. Aber egal, ob die Stücke nun melancholisch und entspannt sind oder die härtere Gangart bedienen: Der Text steht im Mittelpunkt. Wenn Regener den Mund aufmacht, dann singt er nicht einfach irgendwas. Seine Texte haben Hand und Fuß, machen nachdenklich, behandeln ernste Themen und können bisweilen schonungslos hart sein. Manches erschließt sich nicht beim ersten Hören. Regener singt vom „Edeka des Grauens“ und von der „Straßenbahn des Todes“. Die meisten Lieder sind auf Deutsch. Sie tragen Titel wie „Am Ende denke ich immer nur an dich“, „Gelohnt hat es sich nicht“ oder „Ohne Dich“.

Wenn er nicht singt, dann greift Regener neben sich zu seiner Trompete und garniert die Stücke mit dem strahlend hellen Klang seines Instruments. Er steht fast allein im Mittelpunkt, seine Bandkollegen bleiben meist dezent im Hintergrund. Das Publikum ist bunt gemischt, am Anfang noch zurückhaltend. Gegen Ende kommt deutlich mehr Bewegung in den Abend. Nach gut anderthalb Stunden, nachdem er „Lieblingsfarben und Tiere“ gesungen hat, beendet Regener das Konzert so prompt, wie es begonnen hat: „Vielen Dank, Pforzheim, Servus, Tschüss.“ Aber die Pforzheimer wollen die fünf Musiker nicht gehenlassen und klatschen sie zurück auf die Bühne. Noch zwei weitere Male geht das so. Insgesamt fünf Zugaben bekommt das Pforzheimer Publikum zu hören.