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Hat die Schritte und Gestik des Vorbilds voll drauf: Nils Strassburg als Elvis Presley. Foto: Pelz
Hat die Schritte und Gestik des Vorbilds voll drauf: Nils Strassburg als Elvis Presley. Foto: Pelz
04.11.2018

„Elvis Symphonic“ begeistert rund 600 Fans in Karlsruhe.

Karlsruhe. Es braucht nur wenige Minuten. Ein, zwei Songs und ein paar Hüftschwünge – und er hat das Konzerthaus Karlsruhe voll im Griff. Wie einst dem großen Idol, fliegen dem Elvis-Interpreten Nils Strassburg die Frauenherzen nur so zu.

Running Gag des Abends: kurz den Schweiß abtupfen und den Schal einem kreischenden Fan um den Hals legen. Küsschen inklusive. Dieser Elvis zeigt sich volksnah, dreht immer wieder seine Runden durchs Publikum. Wer da eigentlich mit wem flirtet? Egal. Alle Beteiligten machen den Spaß mit voller Begeisterung mit.

Mythos Elvis Presley kommt in die Region

Begleitet wird Strassburg wie gewohnt von den Roll Agents, mit knackigen Bläsersätzen und tollem Frauenchor. Besonderes Glück für die rund 600 Zuschauer: Zur Klangveredelung der „Elvis Symphonic“-Show tragen die Streicher des German Pops Orchestra bei, mit denen die hervorragende Band eher selten auftritt. Vor allem den Balladen verhilft das zu herrlicher Opulenz.

Den Mythos Elvis (1935-1977) auf die Bühne zu bringen, das haben schon viele versucht. Mal mit mehr, oft mit weniger Erfolg. Strassburg, den die nationale „Elvis-Presley-Gesellschaft“ bereits zum besten Elvis-Interpreten Deutschlands kürte, will die Legende erst gar nicht kopieren oder imitieren. Seine Show setzt auf Emotionen und verneigt sich vor einem Künstler, der die Menschen mit seiner Musik weltweit berühren konnte. Mit den Roll Agents hat der in Leonberg lebende Strassburg eine Art Zeitreise ins Las Vegas der frühen 1970er-Jahre entwickelt, bei der man einen Abend lang alles vergessen kann und die einen mitnimmt.

Strassburg bestreitet das Konzert komplett auf Englisch – und mit vollem Körpereinsatz. Er lässt ihn zittern und zucken, schüttelt seine Tolle und lässt seine Hüfte kreisen. Ganz im Geiste des Vorbilds. Zur Freude des teils lauthals mitsingenden Publikums verwandeln die Künstler einen Hit-Elfmeter nach dem anderen, gerne in Medleys verpackt: all die Rock’n’Roll-Klassiker („Johnny B. Goode“, „Tutti Frutti“), Gospels, Titel von den Beatles und Neil Diamond, ein schön funkiges „A Little Less Conversation“ und Balladen wie „Unchained Melody“ und „In The Ghetto“. Zu „So Lonesome I Could Cry“ gibt es einen kleinen Strip. Nach gut zwei Stunden darf zu „Can’t Help Falling In Love“ sogar ein elegant gekleidetes Hochzeitspaar auf die Bühne, das den Jubel aus 600 Kehlen wohl nie vergessen wird. Die letzte Zugabe spricht seinen Fans aus dem Herzen: Elvis wird ihnen wohl immer in den Gedanken bleiben: „Always On My Mind“.