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Unter der Leitung von Klaus Bühler wagt die Pforzheimer „Capella Sagittariana“ einen berührenden Streifzug durch die Musikgeschichte.  Tilo Keller
Unter der Leitung von Klaus Bühler wagt die Pforzheimer „Capella Sagittariana“ einen berührenden Streifzug durch die Musikgeschichte. Tilo Keller
17.11.2015

Emotionale Höhepunkte: Capella Sagittariana in der Thomaskirche

Pforzheim. Das gesamte Wochenende stand durch die Pariser Anschläge im Zeichen der Trauer. Auch das sonntägliche Konzert der Capella Sagittariana griff dieses Thema auf.

Zum Volkstrauertag gab es in der Thomaskirche am Hauptfriedhof ein emotionales Programm zu hören. Das Pforzheimer Ensemble unter der Leitung von Klaus Bühler wagte zusammen mit Simone Unger-Krystek (Sopran), Sebastian Krystek (Trompete), Ana Teixeira Rua (Violoncello), Jens Amend (Orgel) und Lilli Hahn (Orgel-Positiv) einen reflektierten Streifzug durch die Epochen der Musikgeschichte. Der Anfang gelang mit Johann Sebastian Bachs adventlicher Choralbearbeitung für Trompete und Orgel „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ und der Motette „Cantate Domino“ von Hans Leo Hassler.

Der Namensgeber Schütz

Ein extravaganteres Kleinod war die „Vocalise“ für Violoncello des russischen Komponisten Sergei Rachmaninoff. Im Verlauf des Programms aber zeigte sich der Trauer-Schwerpunkt deutlicher: etwa im bewegenden Werk „Selig sind die Toten“ des Komponisten Hugo Distler. Berührender Höhepunkt des Konzerts war die Komposition „Verleih uns Frieden gnädiglich“ des Namensgebers der Capella Sagittariana Heinrich Schütz, dessen Nachname Lateinisch „Sagittarius“ heißt. Mit der Motette „Zum Abendsegen“ von Felix Mendelssohn Bartholdy ging ein Konzert zu Ende, das hochemotional war – und gerade deswegen so aktuell.