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Eindrucksvolles Gesamtkunstwerk: Hans Schüchlins Hochaltar.  Fotos: Ritz (1), Freiburger (11) 

Erstes Buch über den einzigartigen Hochaltar der Tiefenbronner Maria-Magdalena-Kirche

Tiefenbronn. Die nur schwer leserliche Rückseite des Hochaltars in der Tiefenbronner St.-Maria-Magdalena-Kirche gibt gleich zwei wichtige Informationen: Am Stefanstag des Papsts Stefan I. „anno domini MCCCClxviiii“ – also am 2. August 1469 – sind die Aufstellarbeiten abgeschlossen. Und: Hans Schüchlin ist der ausführende Künstler.

Es ist das älteste bekannte Dokument, das von dem Ulmer Maler handelt, dessen Geburtsjahr auch heute noch Rätsel aufgibt, und kein einziges seiner weiteren Werke trägt eine Signatur. „Was die Kinder des 15. Jahrhunderts an Lust und Freude erlebten, brachten sie in dem unzählige Male dargestellten Marienleben zum Ausdruck, was sie an Qual und Leid auszustehen hatten, schnitzten und malten sie in die Passionsbilder hinein“, schreibt Friedrich Haack 1905 in den „Studien zur deutschen Kunstgeschichte“. Aber auch die Freude kommt im Werk Schüchlins zum Ausdruck: Bei geschlossenem Altar sind vier Szenen aus dem Marienleben zu sehen. Verkündigung, Heimsuchung, Geburt Christi und Anbetung der Könige. „Öffnet man die Flügel, so spielt sich vor unseren Augen in sieben Bildern – vier gemalten und drei geschnitzten, die Passionsträgodie ab“, schildert Haack. „Bilder aus Gold und Farbe“, beschreibt Mathias Köhler die Flügelgemälde in seinem heute erscheinenden, lesenswerten Buch „Wandelbare Heilsgeschichte“, das den Hochaltar erstmals ausführlich beschreibt. Doch die die Distanz und Feierlichkeit der vier Marientafeln wird – bei den an Sonn- und Feiertagen geöffneten – 3,80 Meter hohen und 1,5 Meter breiten Flügeln aus Tannenholz aufgehoben: Das Leiden Christi erscheint in grellem Gold, umrahmt von einem hellen Rot. Dramatisch wird der Blick auf den hohen Schrein in der Mitte gelenkt mit seiner grandiosen Verbindung der vier Skulpturen von Hans Mutschler (um 1400 bis 1467) mit den Werken Schüchlins.

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