760_0900_111690_ROL_DONT_STOP_THE_MUSIC_11_.jpg
Mit stehenden Ovationen gefeiert: die Tänzer der Gruppe „Don’t stop the Music“.  Foto: Roller 

Explosive Choreografien voller Leichtigkeit: „Don’t stop the Music“ in Remchingen

Remchingen. In weißen Anzügen bewegen sich zwei Personen wie Roboter, ein Paar wirbelt sich beim Ausdruckstanz gegenseitig über die Schulter und auf dem Arm durch die Luft. Wie in Ekstase rennen etliche Frauen hinter einem Mann her, der sich zuerst noch etwas ziert, aber dann doch mit ihnen tanzt: Auf der Bühne der Remchinger Kulturhalle geht es Schlag auf Schlag, wenn die Tanzgruppe „Don’t stop the Music“ zu Gast ist.

Gleich zweimal – am Dienstag und Mittwoch – unternehmen die rund 20 Tänzer zu den fantasievollen Choreografien von Maricel Godoy einen kurzweiligen Trip durch die Geschichte der modernen Musik, vorbei an Jazz und Swing, an Rock ’n’ Roll, Disco, Pop, Rap, Hip-Hop, House, Techno und Dubstep. 100 Jahre vergehen da fast wie im Flug. Jazztanz gibt es zu sehen, Charleston, Swing, Ballett, Rock ’n’ Roll, Breakdance, Shuffle, Ausdruckstanz und etwas, das so aussieht, als wäre es direkt aus einem US-amerikanischen Rap-Video auf die Bühne der Kulturhalle gekommen.

Zur Musik von Elvis, Whitney Houston, Benny Goodman, Bill Haley, Rihanna, Louis Armstrong und Ella Fitzgerald geben die Tänzer von Anfang bis Ende gut anderthalb Stunden lang alles: Sie steppen, sie schlagen Räder, sie vollführen Spagate und Handstände, sie verschränken die Arme vor dem Oberkörper, sie imitieren Roboter – und wenn es sein muss, drehen sie sich auch auf dem Kopf, die Beine angewinkelt in die Höhe gestreckt. Bei ihnen sieht das so leicht aus. Fast könnte man meinen, dass keinerlei Anstrengung notwendig wäre, um Salti zu schlagen und auf den Händen auf und ab zu hüpfen.

Waghalsige Sprünge, ausladende Gesten und Drehungen, bei denen es einem schon vom Zusehen schwindlig wird: für die Tänzer alles kein Problem. Immer wieder stehen sie im Halbkreis, klatschen, feuern sich gegenseitig an, rufen einander Kommandos zu, schubsen sich aus dem Weg. Und man fragt man sich: Gehört das gerade zur Choreografie oder ist das improvisiert? Alles geht so schnell: Wo sich eben noch ein Paar ganz in Weiß mit einem Regenschirm ausdrucksvoll bewegt, wird einige Minuten später in Petticoat und Lederjacke flotter Rock ’n’ Roll getanzt. Wo eben noch ein Mann mit offenem Hemd zu „Let It Be“ von den Beatles in langgezogenen Bewegungen pathetisch über die Bühne springt, beginnt kurz darauf zum dreistimmigen Falsett-Gesang der Bee Gees die Disco-Ära mit den dazu passenden Klamotten.

Flotte Kostümwechsel

Michael Jackson macht den Moonwalk, Madonna gleitet im rot-schwarzen Rock mit blonder Perücke übers Parkett, und eine extravagante Lady Gaga lässt sich von ihren Gehilfen mit großem Tamtam in die Luft heben. In Windeseile werden die Kostüme gewechselt: Die Männer tragen rote Zylinder, schwarze Anzüge und bunte Sweatshirts, die Frauen elegante Kleider, lange, schwarze Handschuhe und kurze Röcke.

Das begeisterte Publikum will weder aufhören, im Stehen Applaus zu spenden, noch die sich ein ums andere Mal verbeugenden Tänzer wieder von der Bühne lassen.