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Fulminanter Saxofonist: Peter Lehel im Jazzclub „domicile“.  Frommer
Fulminanter Saxofonist: Peter Lehel im Jazzclub „domicile“. Frommer
08.12.2016

Exzellente Hommage an John Coltrane: Lehel-Quartett im „domi“

Pforzheim. Die Faszination ist ungebrochen: John Coltrane wird in Jazzkreisen auch fast 50 Jahre nach seinem Tod noch hochverehrt. Das 20-jährige Bestehen des eigenen Quartetts nutzt Peter Lehel im bestens besuchten „domicile“ für eine ausgiebige musikalische Hommage an sein Idol – unterstützt wird er dabei von Schlagzeuger Dieter Schuhmacher, Bassisten Mini Schulz und erstmals von – kurzfristig eingesprungenen – Pianist Gernot Ziegler aus Karlsruhe.

Und der Tastenmann erweist sich als Glücksgriff. Sein souveränes Pianospiel ist in allen Phasen des Konzerts eine Bereicherung und korrespondiert exzellent mit den Saxophon-Soli Lehels, der sich, wie die seins Vorbilds „Trane“, mal innerhalb, mal außerhalb der üblichen Akkord-Folge bewegen. Der Bandleader trifft Flageoletts und die rasend schnellen, ungewöhnlich akzentuierten, für Coltranes Soundmuster typischen, fast ekstatischen Arpeggios auf den Punkt.

Für Struktur sorgen Schumachers stets fein dosiertes Schlagzeug und Tausendsassa Mini Schulz am furios gespielten Kontrabass, Baujahr 1886. Obwohl einige Finger Pflaster zieren, bearbeitet er die Saiten mit einer Slap Bass-Technik à la Milt Hinton, bei der beide Hände in rasantem Wechsel flach auf Decke, Griffbrett und Saiten prasseln. Titeln wie die spirituell geprägte Komposition „Dear Lord“, das mit dem Sopransaxophon vorgetragene „Promise“ oder die nach Coltranes erster Frau Naima Grubbs benannte Glanznummer „Naima“ machen den Konzertabend abwechslungsreich und werden vom Publikum mit viel Beifall honoriert. Für den Schluss hat sich das Peter Lehel-Quartett die Suite „A Love Supreme“, eine mehr als 30-minütige Fusion von modalem Jazz mit Elementen des Hard Bop, und als Zugabe die getragene Komposition „After The Rain“ aufgespart.