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Mit vollem Körpereinsatz gestaltet Daniela Vega (Mitte) ihren Auftritt in Singen. Shinichi Minami, Jaime Vega und Timur Osmanov (von links) begleiten.  Molnar
Mit vollem Körpereinsatz gestaltet Daniela Vega (Mitte) ihren Auftritt in Singen. Shinichi Minami, Jaime Vega und Timur Osmanov (von links) begleiten. Molnar
11.11.2015

Exzentrische Weltreise: Daniela Vega bei „pro arte“ in Singen

Remchingen/Singen. Sie ist der Mittelpunkt des Abends, fasziniert von Anfang an mit ihrer Präsenz: Daniela Vega. Mit leisen, eleganten Schritten nähert sich die Brasilianerin dem Publikum, streut rote Blütenblätter lautlos über den Boden.

Um ihr langes, dunkles Haar hat sie ein gelbes Tuch gewickelt. Ruhige Cellomusik setzt ein, zu der die Sopranistin nun ihre Stimme erhebt – mit einer durchdringenden Kraft, die der zierlichen Sängerin und Tänzerin nicht anzusehen ist. Die 32-Jährige singt in französischer Sprache, ruft immer wieder den Namen „Nahandove“. So heißt nicht nur die schöne Frau in dem vorgetragenen Lied, sondern auch der erste Satz aus Maurice Ravels „Chansons Madécasses“ für Gesang, Cello, Klavier und Flöte von 1926. Wechselhafter und emotionaler hätte der „pro arte“-Abend in der Aula des Gymnasiums Singen nicht beginnen können.

Ausdrucksstarke Mimik

„Sans Frontière“ heißt das Programm von Daniela Vega und ihrem internationalen Ensemble – ein Programm, mit dem die Künstlerin die Grenzen zwischen Ländern, Sprachen und zum Publikum aufbrechen will.

So kommen die Musiker aus Russland, Kuba oder Frankreich. Zudem geben die Lieder und Tänze von Ravel, Messiaen und Berio ein reizvolles Klangbild aus zwölf Ländern. Mal klatscht und dreht sich Vega zu lebhaften Trommelrhythmen, mal singt sie mit ausdrucksstarker Mimik und Stimme. Farbenreich wirken vor allem die Folksongs von Luciano Berio, die melancholische Gesänge aus Armenien, lyrische Melodien aus den USA oder auch aufbrausend leidenschaftliche Lieder aus Italien vereinen. Ein mitreißendes Gesamtkunstwerk aus Musik, Tanz und Schauspiel.