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23.02.2018

FDP/FW sieht mögliche Bewerbung zur Kulturhauptstadt als „Schnapsidee“

Pforzheim. Als „absolut richtig“ bezeichnen FDP und Freie Wähler die offensichtliche Skepsis von Oberbürgermeister Peter Boch hinsichtlich einer Bewerbung zur europäischen Kulturhauptstadt sowie einer „überdimensional angelegten Ornamenta II“. Damit repräsentiere der OB nicht nur einen großen Teil der zahlreichen Bedenkenträger im Gemeinderat, sondern beweise auch Gespür für die Problemlagen der Stadt und die Sorgen ihrer Bürger, so die Fraktion in einer Mitteilung.

Derlei Dinge hätten nämlich nur eine kleine Anhängerschaft, die es aber geschickt verstehe, ihnen genehme Projekte über Verwaltungsstrukturen und ein paar Stadträte zumindest so populär zu machen, dass bisweilen der Eindruck entstehe, die Pforzheimer Bürger wollten so etwas tatsächlich. „Was die Bürger aber wirklich wollen, haben wir am Donnerstagabend in Huchenfeld gesehen“, so der Fraktionsvorsitzende Hans-Ulrich Rülke (FDP). „Die Bürger wollen ein funktionierendes Schwimmbad und Schulen, in die es nicht rein regnet!“

Was die Mehrheit der Bürger nicht wolle, seien Prestigeprojekte im Kulturbereich, die große Löcher in den städtischen Haushalt sprengen. „Auch wenn Sponsoren die Finanzierung der Bewerbung übernehmen sollten, was machen wir denn, wenn die Bewerbung klappt?“, so Rülke weiter. „Die Stadt Mannheim hat sich von der Kulturhauptstadtbewerbung verabschiedet, nachdem klar war, dass der Spaß bei erfolgreicher Bewerbung 60 Millionen Euro kosten soll“, ergänzt Fraktionsvize Michael Schwarz (Freie Wähler). Davon hätte die Stadt zudem wohl rund 20 Millionen selbst zu tragen. „Diese Summe reicht für drei Huchenfelder Bäder. Wir müssen einfach auf solche Schnapsideen verzichten, dann haben wir den Kopf frei für die wirklichen Probleme der Stadt Pforzheim.“ Aufgrund der Haushaltslage solle man das Geld in reale Projekte investieren, die den Bürgerinnen und Bürgern tatsächlich wichtig seien, so Schwarz.