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Falco alias Alexander Kerbst gibt auch auf dem Konferenz-Tisch in der PZ-Redaktion eine gute Figur ab. Foto: Ketterl
Falco alias Alexander Kerbst gibt auch auf dem Konferenz-Tisch in der PZ-Redaktion eine gute Figur ab. Foto: Ketterl
Eine bunte Show verspricht die Theater-Aufführung. Foto: Haymann
Eine bunte Show verspricht die Theater-Aufführung. Foto: Haymann
Die Sängerlegende beim Interview mit Crossmedia-Redakteur Simon Walter. Foto: Ketterl
Die Sängerlegende beim Interview mit Crossmedia-Redakteur Simon Walter. Foto: Ketterl
29.09.2017

Falco rockt die PZ und das Stadttheater

Er benötigt keinen Anlauf, setzt nicht zum Sprung an. Nein. Ein langer Schritt reicht, schon entert eine Legende den Redaktionstisch der PZ: Falco. Schwarze Fliege, schwarze Sonnenbrille, auf Glanz polierten Schuhe, nach hinten gegelte Haare – und eine Stimme, die klingt, als sei der österreichische Weltstar tatsächlich zu Gast.

Das ist er – natürlich – nicht. Schließlich ist Johann Hölzel, wie Falco mit bürgerlichem Namen hieß, seit 19 Jahren tot. Doch der Look, der Gesang, der Dialekt: In all dem ist Sänger und Schauspieler Alexander Kerbst Falco verblüffend ähnlich, als er gestern Nachmittag die Redaktion der „Pforzheimer Zeitung“ aufmischte – und eine Premiere vor der Premiere zelebrieret. Denn ehe er morgen erstmals im Pforzheimer Stadttheater im Musical-Ballett „Falco – The Spirit never dies“ auftritt, war sein Besuch bei der PZ live auf Facebook zu sehen (Video unter www.pzlink.de/falco). Dass dies sein erster Facebook-Livestream war, blieb freilich nicht das einzige Geheimnis, das der 53-Jährige verriet. Den Ösi-Dialekt habe er sich einst „hart antrainieren“ müssen. „Mit jedem Auftritt kommt da etwas mehr dazu“, so Kerbst, der auch verriet, wie nah ihm Ende 2016 Helene Fischer kam: „Helene saß auf meinem Schoß.“ Beim gemeinsamen Auftritt im Rahmen der Helene-Fischer-Show habe er den Schlagerstar als „sehr reizende Kollegin“ kennengelernt, „die überhaupt keine Allüren hat“.

Ob aber auch Helene Fischer im Jahr ihres 60. Geburtstags noch so präsent sein wird wie Falco? Unvergessen sind bis heute die Welthits des Ausnahmekünstlers wie „Rock me Amadeus“, „Der Kommissar“ und „Jeanny“. Und sie erleben gerade in diesem Jahr – im Februar wäre er 60 geworden – eine neue Erfolgswelle. Nicht nur die Originalversionen sind im Radio zu hören, auch zahlreiche angesagte Remixe haben dafür gesorgt, dass die Songs auf den Tanzflächen der Clubs aktuell weiterleben. Kein Wunder: Falco, der 1998 bei einem Autounfall ums Leben kam, schaffte es sogar an die Spitze der amerikanischen Charts und galt mit seinem Rapgesang als Pionier der deutschsprachigen Hip-Hop-Szene.

Die australische Choreografin Amy Share-Kissiov bringt Falcos Hits mit dem Tanzensemble des Pforzheimer Stadttheaters auf die Bühne. Das Stück orientiert sich an Lebensstationen des Musikers, die nicht nur von Erfolgen, sondern auch von Tiefschlägen sowie Drogen und Alkohol gekennzeichnet waren. Gerade Falcos Art, zu leben, fasziniert Falco-Darsteller Alexander Kerbst: „Er hat sich etwas getraut, hat Courage gezeigt. Er war ein Unangepasster in einem angepassten Geschäft.“

Neben den bekanntesten Hits sind in der Pforzheimer Choreografie mit gesanglicher Live-Begleitung durch Kerbst auch einige musikalische Neuentdeckungen zu hören, die den großen Facettenreichtum des Stars unter Beweis stellen. Der Musicalkomponist und Musiker Frank Nimsgern übernimmt die musikalische Leitung mit einer Live-Band.