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Lebende Legende: Sänger Udo Dirkschneider (Zweiter von rechts) auf Abschiedstour mit den alten Accept-Songs. Foto: Talmon
Lebende Legende: Sänger Udo Dirkschneider (Zweiter von rechts) auf Abschiedstour mit den alten Accept-Songs. Foto: Talmon
21.12.2016

Fans feiern Ex-„Accept“-Sänger beim Knockout-Festival in Karlsruhe

Karlsruhe. Besinnliche Weihnachten geht anders: Rund 4000 Heavy-Metal-Fans haben sich beim Knockout-Festival in der Karlsruher Schwarzwaldhalle kurz vor dem vierten Advent mal ordentlich das Hirn durchpusten lassen. Da flattern die schwarzen Shirts oder die stickerbedeckten Kutten, als die sieben Bands mit ihrem Double-Bass-Schlagzeug und ihren Gitarrengewittern loslegen. Die Fäuste in die Höhe gereckt, die Finger zur Pommesgabel gespreizt, werden die Helden auf der Bühne gefeiert.

Zu denen zählt zweifellos Udo Dirkschneider – für viele der Altmetaller im Publikum das Idol ihrer Jugend. Oder wie der JBO-Sänger meinte, nachdem er für Dirkschneider ordentlich eingeheizt hatte: „Der Mann, der jetzt auf die Bühne kommt, war für mich wichtiger als Jesus!“

Dirkschneider prägte mit seiner kreischenden Reibeisenstimme bis zu seinem Rauswurf 1987 die Band Accept. Seitdem ist er mit seinen Solo-Projekten U.D.O. und Dirkschneider unterwegs. Nun will er die alten Stücke endgültig aus seinem Repertoire streichen. Karlsruhe war die vorletzte Station seiner Abschiedstour mit den Accept-Songs.

Los geht’s mit „Starlight“, es folgen „Princess of the Dawn“, „Restless and Wild“, „Metal Heart“, „Fast as a Shark“ und „Balls to the Wall“. Staub angesetzt hat noch keiner der 30 bis 35 Jahre alten Klassiker. Große Ansagen braucht Dirkschneider nicht, ein paar große Gesten reichen. Und die Stimme, die dem 64-Jährigen eine unglaubliche Bühnenpräsenz verleiht. Rennen und Haare schütteln lässt der untersetzte 1,68-er mit dem grauen Stoppelschnitt seine beiden deutlich jüngeren, langhaarigen Gitarristen und den Bassisten. Nach 75 Minuten ist das Accept-Feuerwerk abgebrannt und Dirkschneider geht zu Frank Sinatras „My Way“. Auf den Klassiker „I’m a rebel“ warten die Fans ebenso vergeblich wie auf Stücke vom Russian-Roulette-Album.

Frenetisch gefeiert wurden bei ihrem Heimspiel anschließend die Karlsruher Mittelalter-Rocker von Saltatio Mortis mit Timo Gleichmann am Schlagzeug, der 1992 sein Abi am Pforzheimer Hilda-Gymnasium gemacht hat. Angeheizt hatten Almanac und Orden Ogan. Die Band Eisbrecher begleitete die Fans schließlich in die Nacht.

Bildergalerie: www-pz-news.de