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Heike Hastedt leitet vom Cembalo aus das Bachorchester. Foto: Ketterl
Heike Hastedt leitet vom Cembalo aus das Bachorchester. Foto: Ketterl
11.05.2018

Farbintensive Klangwunderwerke: Bachstunden-Auftakt in der Stadtkirche

Pforzheim. Nicht nur seine Violinkonzerte werden als „überirdische Kunst“ bezeichnet, allgemein gelten seine höfisch-weltlichen Kompositionen als „Wunderwerke“.

Die zahlreichen Besucher der ersten Bachstunde dieser Spielzeit in der Pforzheimer Stadtkirche, der jeweils mittwochs um 19 Uhr noch sieben weitere folgen werden, konnten sich von der Richtigkeit solcher Lobreden überzeugen und an Johann Sebastian Bachs Musik erfreuen. Unter der Leitung von Heike Hastedt spielte das Bachorchester Pforzheim zusammen mit den Violinsolisten Dietrich Schüz und Martina Bürck einleitend Bachs Konzert für 2 Violinen und Streicher d-Moll (BWV 1043).

Im rasant angegangenen Kopfsatz („Vivace“) prägten die Orchester-Tutti den farbintensiven Klang, während beide Sologeigen sich gleichberechtigt mit immer neuen Einsätzen in die Tutti einfügten. Im sich anschließenden „Largo“ brillierten die Solisten in weit ausschwingenden, sich hymnisch verdichtenden Bögen. Im Finalsatz („Allegro“) schienen sich beide Sologeigen in Triolenketten wild und stürmisch zu verfolgen.

Im Programm folgten vier Kontrapunkte aus Bachs „Kunst der Fuge“ (BWV 1080) – diffizile Werke, vom Bachorchester in ruhiger Gelassenheit vorgetragen. Die Wiedergabe von Bachs Brandenburgischem Konzert Nr. 3 G-Dur (BWV 1048) begeisterte mit rhythmisch schwungvollem Pulsieren und Changieren der ineinander verzahnten, vom Generalbass (Cembalo, Kontrabass) gestützten Streichergruppen (je drei Violinen, Bratschen und Celli).

Die zwischen die beiden temperamentvollen Allegro-Ecksätze eingeschobenen Cembalo-Akkorde des „Adagio“ nutzte Hastedt am Tasteninstrument zu einer feinen Kadenz und silbrig glitzerndem Saitenspiel. Alle drei historisch informiert aufgeführten Bach-Kompositionen hatten allerdings gegen den überbordenden Hall in der Stadtkirche anzukämpfen.