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Die art Karlsruhe ist gestartet: In Karlsruhe beginnt heute die 17. Auflage der Messe mit Arbeiten von klassischer Moderne bis zur zeitgenössischen Kunst.  Foto: Moritz 

Feier des Dreidimensionalen: 210 Galerien stellen noch bis Sonntag auf der Messe art Karlsruhe aus

Karlsruhe. Sie versteht sich als demokratischer Teil der Kunstwelt, weil sie den privaten, kunstinteressierten Sammler anlockt: Malerei, Zeichnung und Installation – bei der 17. Ausgabe der art Karlsruhe zeigen 210 Galerien aus 15 Ländern Werke der letzten 120 Jahre, von der klassischen Moderne mit großen Namen wie Max Ernst, Pablo Picasso oder Otto Dix, über die Zero-Bewegung (Heinz Mack und Günther Uecker) und Pop-Artisten wie Andy Warhol und Roy Lichtenstein bis zur Gegenwartskunst. Es finden sich US-Vertreter wie Julian Schnabel oder Cindy Sherman und viele deutsche Künstler: Gerhard Richter, der in sechs Galerien vertreten ist, aber auch Georg Baselitz, Markus Lüpertz und Sean Scully.

Einen Schwerpunkt bildet das Dreidimensionale: Die traditionellen Skulpturenplätze werden erstmals flankiert von einem Skulpturengarten. Weiterer Höhepunkt ist die Sonderausstellung aus der Sammlung des begnadeten Siebdruck-Experten Hans-Peter Haas.

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Bildergalerie

210 Galerien bei Kunstmesse art Karlsruhe

Zudem will die Kunstmesse in diesem Jahr das Augenmerk vor allem auch auf weibliche Positionen lenken. Etliche der ausstellenden Galerien setzen sich nach Worten einer Messe-Sprecherin für bedeutende Künstlerinnen ein, die jahrzehntelang von Museen oder auch dem Kunsthandel vernachlässigt und übergangen worden seien – obwohl sie Geschichte mitgeschrieben hätten. Das gelte beispielsweise für die Malerin und Grafikerin Hannah Höch oder die deutsch-schwedische Künstlerin Lotte Laserstein. Als eine der interessantesten Künstlerinnen der Gegenwart ist etwa Marion Eichmann dabei, die mit Papier und Schere aufsehenerregende Collagen und Papierschnitte gestaltet.

Mindestens 50 Prozent der ausstellenden Galerien werden den Angaben der Messe zufolge von einer Frau beziehungsweise einem gleichberechtigten Paar geführt. Das sehe in vielen anderen Branchen ganz anders aus.

Die Messe befasst sich aber auch mit Realitäten, mit denen sie im Vorfeld nicht hatte rechnen können. So hätten sich potenzielle Besucher gefragt, ob in Zeiten des Coronavirus ein Besuch überhaupt sinnvoll sei. Ob deswegen weniger Gäste kommen, bleibt abzuwarten, hieß es. Chinesische Künstler würden nicht erwartet.

Preise und Zeiten

Die Art Karlsruhe an der Messeallee 1 in Rheinstetten ist von Donnerstag bis Sonntag geöffnet, täglich von 11 bis 19 Uhr. Eine Tageskarte kostet 23 Euro, im Online-Vorverkauf 21 Euro, eine Abendkarte ab 16 Uhr kostet 18 Euro. Weitere Infos, auch über die Preisverleihungen und das Rahmenprogramm im Internet auf www.art-karlsruhe.de.