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07.10.2016

Feines Gespür für Verbrechen

Berlin. Auch ein Polizist hat mal frei. Aber wenn Volker Klüpfel und Michael Kobr ihren Kommissar Kluftinger in die Berge schicken, dann wird schnell klar: Im neuen Fall des kauzigen Ermittlers sind Bergsteiger in Gefahr.

Wochenende im Allgäu. Kluftinger hat dienstfrei und kann sich seinem Geburtstagsgeschenk widmen, einem E-Bike. Gemeinsam mit seinem Nachbarn, dem eingebildeten Doktor Langhammer, fährt er ins Gebirge. So beginnt der Roman über Kluftingers neuen Fall mit einer guten Portion Situationskomik. Aber schon bald wird es ernst: Während einer Rast entdecken die Radwanderer erst einen Rucksack herumliegen, dann einen Schuh und dann den zweiten, der an einer Leiche steckt. Drei Bergsteiger sind wohl an einem gefährlichen Grat abgestürzt. Ein tragischer Bergunfall. Aber irgendetwas stört Kluftinger. Er kann es erst nicht durch Fakten belegen, aber sein Gefühl sagt ihm, dass dies nicht nur ein Bergunfall war. Und Leser der Kluftiner-Romane wissen, dass der Kommissar ein feines Gespür dafür hat, Verbrechen zu entdecken.

Klüpfel und Kobr vertrauen in „Himmelhorn“ auf die bewährte Mischung aus Krimi und Komödie, die ihren Romanen eine Gesamtauflage von mehreren Millionen gebracht haben. Im Unterschied gerade zu den vorigen Romanen „Herzblut“ und „Grimmbart“ dauert es jedoch recht lange, bis die Krimihandlung so recht in Gang kommt. Da hätte dem Roman, der mit fast 500 Seiten ziemlich lang geworden ist, etwas mehr Tempo und Straffung gutgetan. Eine vergnügliche Lektüre und ausreichend Krimispannung bietet „Himmelhorn“ aber allemal. Axel Knönagel