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Zahlreiche Sänger bilden in der Maulbronner Klosterkirche eine eindrucksvolle Kulisse. Foto: Frommer
Zahlreiche Sänger bilden in der Maulbronner Klosterkirche eine eindrucksvolle Kulisse. Foto: Frommer
Erika Budday an Orgel: Nach fast 40 Dienstjahren hört sie auf. Foto: Frommer
Erika Budday an Orgel: Nach fast 40 Dienstjahren hört sie auf. Foto: Frommer
31.07.2018

Festgottesdienst für Kirchenmusikdirektorin Erika Budday in Maulbronn

Maulbronn. Überschäumenden, frenetischen Beifall gibt es beim Gottesdienst selten: Bei der von sehr viel Musik begleiteten festlichen Verabschiedung von Kirchenmusikdirektorin Erika Budday in der Klosterkirche Maulbronn wollte der Applaus allerdings fast kein Ende mehr nehmen.

Nach beinahe vierzig Dienstjahren in der Kirchengemeinde Maulbronn und im Dekanat Mühlacker gehen Erika Budday und ihr Gatte Jürgen am 1. August 2018 in den wohlverdienten Ruhestand. Während ihrer Kantorenzeit reiften gut und gerne 500 Kinder und Jugendliche stimmlich in den Maulbronner Kinderchören.

Viele ehemalige Mitglieder

Mehr als 100 Choristen – darunter auch viele ehemalige Mitglieder der Kantorei oder der Kurrende – bildeten am Sonntag im Rahmen des festlichen Verabschiedungsgottesdiensts zu Ehren von Erika Budday einen großen, alle Generationen verbindenden, bunte und besonders stimmgewaltige Singgemeinschaft. Nach einem kurzen Orgelvorspiel – Bachs Toccata in C-Dur – und der Begrüßung durch Pfarrer Ernst-Dietrich Egerer, demonstrierte der von Erika Budday dirigierte Chor mit Anton Bruckners „Locus iste a Deo factus est“ (zu Deutsch: „Dieser Ort wurde von Gott gemacht“) sein kraftvolles Klangvolumen ein erstes Mal. Noch vor der Predigt von Dekan Jürgen Huber glänzte der große Chor erneut: In sopraner Stimmlage und mit Felix Mendelssohn Bartholdys „Hebe deine Augen auf“ nach Psalm 121. Mit Dekan Hubers Predigt korrespondierte der nächste, am Klavier von Boris Ritter umrahmte und von Jürgen Budday dirigierte Vortrag der Choristen: „Sehet welch‘ eine Liebe hat uns der Vater erzeiget“, ebenfalls von Mendelssohn Bartholdy.

Auf „Look At The World“, ein getragenes Werk des Londoner Komponisten John Rutter, folgten die Fürbitten und das Vaterunser. Die nun wieder von Erika Budday dirigierten Chöre begeisterten gegen Ende des Festgottesdiensts mit rhythmisch vorgetragenen Titeln wie dem aus dem Film „Sister Act“ bekannten Gospel „I Will Follow Him“ von Pasquale Thibaut und dem südafrikanischen Zulu-Folksong „Siyahamba“.

Euphorischer Beifall

Mit euphorischem, lang anhaltendem Beifall würdigten die Besucher des Gottesdiensts Choristen, Musiker – und in ganz besonders hohem Maße – die scheidende Kirchenmusikdirektorin Erika Budday, die nach einer kurzen Umbaupause an der 2013 von Gerhard Grenzing (Barcelona) neu gebauten Orgel auf der Empore Platz nahm und die erste Orgelmatinee mit dem Konzert Nr. 1 F-Dur, op. 137, von Josef Gabriel von Rheinberger (1839-1901) eröffnete. Über einen kleinen Kontrollmonitor hielt sie dabei Blickkontakt zu Jürgen Budday, der unten im Kirchenschiff das Bach-Orchester Pforzheim dirigierte. Mit der Sonate f-Moll für Orgel, op. 127, folgte ein weiteres Werk von Rheinberger – mit einem schon für sich genommen hörenswerten Zusammenspiel von Orgel und Oboe (Joachim Bänsch) im zweiten Satz. Eine eigenwillige und melodische Bearbeitung mit ausgefeilten Harmonik und großer Formenvielfalt. Erika Buddays Nachfolger steht mit Thorsten Hülsemann fest.