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Musik zum Thema „Wein, Weib, Gesang“ servierten die Stuttgarter Saloniker. Foto: Fotomoment
Musik zum Thema „Wein, Weib, Gesang“ servierten die Stuttgarter Saloniker. Foto: Fotomoment
14.11.2017

Feucht-fröhlicher Musikabend mit Stuttgarter Saloniker und Männerchor MPC2000

Maulbronn. Auch in Maulbronn, dessen Kloster Reformationsgeschichte geschrieben hat, widmeten sich Veranstaltungen vorwiegend Martin Luther. Über theologischen Disputationen wurde zuweilen vergessen, dass der Reformator üppiges Essen und Trinken liebte und auch sonst kein Kostverächter war. Diese Lücke füllte im Fruchtkasten nun das Kelter-Konzert „Wein, Weib, Gesang“, dessen Motto sinnigerweise von dem Luther zugeschriebenen Vers „Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang, der bleibt ein Narr sein Lebelang“ abzuleiten ist.

Die Stuttgarter Saloniker, eine von Patrick Siben geleitete Kapelle mit Streichern, Blechbläsern und Klavierbegleitung, eröffneten den Abend schwungvoll mit Johann Schrammels Marsch „Wien bleibt Wien“, dessen später hinzugefügte (und in Maulbronn heimlich mitgesummten) Spott-Texte („Dass du mich liebst, das weiß ich, auf deine Liebe scheint der Mond“) heute noch Heiterkeit auslösen. Und das folgende Stück verstärkte den populären und feuchtfröhlichen Charakter des Musik-Abends – der Walzer „Wein, Weib, Gesang“ von Johann Strauß. Die Ouvertüre zur Oper „Der Wildschütz“ von Lortzing fügte sich mit instrumental inszeniertem „Fehlschuss“ und flotten Crescendi nahtlos in die Melodien-Folge ein. Ein tänzerisch akzentuiertes „Mazedonisches Konzert“ rundete den Auftritt mit viel Publikums-Applaus ab.

Manchen Konzertbesuchern dürfte der sich anschließende, jung gebliebene Altherren-Chores „MPC2000“ („Männerprojektchor“ des Enzgaus) noch besser gefallen haben. Denn die Power des mehr als 60 Vokalisten umfassenden, bekannten A-cappella-Chores ist eindrucksvoll – wobei auch lieblich-sanfte Klangpassagen durchaus zum interpretatorisch-stimmlichen Vokabular des von Werner Dippon (Illingen) dynamisch furios, motivierend und einsatzgenau geführten Ensembles gehören. Silcher-Lieder erfreuten die Besucher, darunter das volkstümliche „Hab oft im Kreise der Lieben“ oder „Es löscht das Meer die Sonne aus“. Auch gab es von den Choristen Weinseliges zu hören, so das von Schunkelpassagen begleitete Lied „Weinland, wohin ich schaue“. Auch das „Heideröslein“ fehlte nicht, genauso wenig wie Felix Mendelssohn Bartholdys „Wer hat dich, du schöner Wald“. Zur Abrundung des Hörgenusses wurden in der Pause Wein und Zwiebelkuchen gereicht.