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Margot Hielscher. Foto: dpa
Margot Hielscher. Foto: dpa
23.08.2017

Film-Diva Margot Hielscher im Alter von 97 Jahren gestorben

Leinwand-Legende Margot Hielscher ist tot. Das teilte ihr Neffe Peter Graf Schall-Riaucour mit. Die Schauspielerin und Sängerin ist im Alter von 97 Jahren in ihrem Wohnhaus in München gestorben. Sie sei am Sonntag friedlich eingeschlafen, berichtete ihr Neffe.

Hielscher war in mehr als 50 Filmen und 200 Fernsehproduktionen zu sehen – darunter „Frauen sind keine Engel“ (1943, unter der Regie von Willi Forst spielte unter anderem Curt Jürgens) und „Der Zauberberg“ (1981 mit Rod Steiger und Charles Aznavour). Sie hatte zunächst von 1935 bis 1939 eine Ausbildung als Kostümbildnerin und Modedesignerin absolviert. Dabei kam sie in Berlin zwangsläufig auch mit Film- und Gesangsgrößen jener Zeit in Berührung. Sie wurde zur Fortbildung in Gesang und Schauspielerei ermutigt. Ab 1939 arbeitete sie als Kostümbildnerin beim Film. Dabei wurde sie von Theo Mackeben entdeckt. In dem Streifen „Das Herz der Königin“ spielte sie 1940 ihre erste Rolle neben Zarah Leander.s Als eine der Ersten stand Hielscher 1957 beim Grand Prix d’Eurovision de la Chanson (seit 1956) , dem heutigen Eurovision Song Contest, für Deutschland auf der Bühne. Mit ihrem Lied „Telefon, Telefon“ holte sie den vierten Platz, durfte ein Jahr später wieder antreten und wurde Siebte. Das Multitalent galt auch als erste Talkmasterin Deutschlands, „Zu Gast bei Margot Hielscher“ hieß ihre Show Mitte der 1960er-Jahre im Bayerischen Fernsehen. „Sie war ein disziplinierter, äußerst gastfreundlicher und liebenswürdiger Mensch“, so ihr Neffe.

Die gebürtige Berlinerin lebte mehr als sieben Jahrzehnte in der bayerischen Landeshauptstadt. In den vergangenen Jahren hatte sich die kinderlose Film-Diva aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Kurz vor ihrem Tod habe sie noch gesagt, „ich bin so müde“, sagte ihr Neffe. Am 29. September wäre die Grande Dame 98 Jahre alt geworden.