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Freuen sich über den guten Zuschauerzuspruch beim Orgelsommer: Diethard Stephan Haupt, Marie-Kristin Schäfer und Mathias Kohlmann (von links).  Bechtle
Freuen sich über den guten Zuschauerzuspruch beim Orgelsommer: Diethard Stephan Haupt, Marie-Kristin Schäfer und Mathias Kohlmann (von links). Bechtle
13.09.2016

Finale mit Gesang: Ende des Orgelsommers

Pforzheim. Kunstlieder in einer Kirche – warum denn eigentlich nicht? Die Pforzheimer Kirchenmusiker Diethard Stephan Haupt und Mathias Kohlmann hatten ihr Abschlusskonzert des diesjährigen Orgelsommers kurzerhand in einen durch Orgelmusik-Einsprengsel aufgelockerten Liederabend umfunktioniert – und den zahlreichen Besuchern in der Herz-Jesu-Kirche hat’s noch mehr gefallen als die Orgelabende zuvor.

Die den Pforzheimer Theaterbesuchern aus ihren Opern- und Operetten-Partien wohlbekannte Mezzosopranistin Marie-Kristin Schäfer wurde mit Ovationen fast wie eine Primadonna gefeiert, ihr Klavierbegleiter – der frühere Theater-Kapellmeister Haupt – gleich mit. Das war nicht nur ihrer Wiedergabe solch populärer Franz Schubert-Lieder wie „An die Musik“ zu verdanken, das lyrisch fein und mit weit aufgespannten Melodiebögen klangschön schwebend vorgetragen wurde, sodass die besungene „holde Kunst“ hörbaren Realitätscharakter entfaltete.

Natürlich erzielte Schuberts mit inniger Herzenswärme interpretiertes „Ave Maria“ bei den andächtig lauschenden Zuhörern durchschlagende Wirkung.

Wegen des starken Kirchenhalls waren die Texte leider kaum zu verstehen. Auch blieb der intensiv strömende Vokalklang ziemlich gleichförmig. Nur selten wurden leidenschaftliche Akzente gesetzt wie in der „Pax vobiscum“-Zeile „Ich liebe Dich, Du guter Gott!“ Dramatische Steigerungen – wie sie Haupt und Schäfer schön in der dritten Strophe des Hugo- Wolf-Liedes „Verborgenheit“ herausarbeiteten – blieben die Ausnahme.

Zu den sinnfällig ausgewählten Textvertonungen von Carl Philipp Emanuel Bach, Wolfgang Amadeus Mozart oder Gabriel Fauré gab es eine von Kohlmann gespielte Orgelbearbeitung der „Zauberflöten“-Ouvertüre und barocke Konzertsätze für zwei Orgeln von Pedro José Blanco und Marian Müller, die auf den zwei Spieltischen der Pfaff/Lenter-Orgel gut umgesetzt werden konnten.