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Mehr als zehn Länder werden vom Calmus Ensemble Leipzig in verschiedensten Sprachen musikalisch bereist. Foto: Molnar
Mehr als zehn Länder werden vom Calmus Ensemble Leipzig in verschiedensten Sprachen musikalisch bereist. Foto: Molnar
13.12.2016

Finale von „Musik aus Dresden“: A-Cappella von ausgeprägter Schönheit

Birkenfeld. Wie punktgenau fünf Sänger aufeinander eingehen, gemeinsam eine Kirche mit reinstem Klang erfüllen und allein mit der Stimme eine Vielzahl von Tönen erzeugen – das zeigt sich beim Abschlusskonzert von „Musik aus Dresden“ in dieser Saison mit dem Calmus Ensemble Leipzig. Weihnachtslieder aus aller Welt hat das Vokalquintett mitgebracht, mehr als zehn Länder werden in verschiedensten Sprachen musikalisch bereist.

Im ersten Teil des gut besuchten Konzertes in der evangelischen Kirche Birkenfeld, bei dem die Gäste traditionell zu Punsch und Dresdner Stollen eingeladen werden, stehen zunächst geistliche Lieder von Martin Luther im Vordergrund. Von hinten am Eingang erklingt das Eröffnungsstück „Verleih uns Frieden gnädiglich“, das der Reformator nach der Gregorianik „Da pacem domine“ von Heinrich Schütz verfasste. Mit einem schwermütigen, russischen Lied bahnt sich das Ensemble dann langsam den Weg zum Altar, wo die einzelnen Stimmen klar voneinander abgesetzt werden.

Doch schon bei den nächsten, zu Choralcollagen arrangierten Stücken von Luther bewegen sich Isabel Jantschek (Sopran), Sebastian Krause (Countertenor), Tobias Pöche (Tenor), Ludwig Böhme (Bariton) und Manuel Helmeke (Bass) erneut im ganzen Raum, erzeugen mit den liturgischen Gesängen eine andächtige Stimmung. Mal dynamisch dicht, mal summend oder solistisch betont erklingt „Nun komm der Heiden Heiland“ oder „Christum wir sollen loben schon“. Insgesamt besticht die makellose Intonation und präzise Abstimmung der fünf fantastischen A-Cappella-Sänger, im zweiten Teil mischt sich eine feine Note Witz und Leichtigkeit unter.

Der Fokus liegt nun auf Weihnachtsliedern aus Kroatien, Peru oder Frankreich. Als schwungvoller Gospel mit lockerem Fingerschnipsen kommt etwa das Hirtenlied „Rise up, shepard, and follow“ aus den USA daher. Lebhaft auch das schwedische Winterlied „Hej Mitt Vinterland“, bei dem der Countertenor mit seiner feingliedrigen Stimme über einem rhythmischen Klangteppich schwebt. Eine ungeheure Leuchtkraft hat die Sopranistin, die immer wieder für Gänsehaut sorgt. Bei den Rumba-Klängen des Epiphanias-Liedes „De tierra lejana venimos“ aus Puerto Rico zum Beispiel bezaubert sie mit viel Gefühl. Wunderbar auch die träumerisch-südländische Pilgerreise von Maria und Joseph bei dem argentinischen Weihnachtslied „La Peregrinación“. Lustig wird es zum Schluss, als die zwölf Weihnachtstage mit ständig neuen Einfällen besungen werden.

Das mehrstimmige Vorkonzert gestaltete das Blockflötenensemble der Jugendmusikschule Neuenbürg unter Leitung von Ulrike Sparn.