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Starke Frauen: Hannelore Schimpf (rechts) und Nachfolgerin Sabina Hacker-Kollmar. Fotos: Frommer
Starke Frauen: Hannelore Schimpf (rechts) und Nachfolgerin Sabina Hacker-Kollmar. Fotos: Frommer
31.07.2015

Förderverein für das Kulturhaus Osterfeld feiert 25-Jähriges und verabschiedet seine Vorsitzende

Pforzheim. Stabwechsel beim Förderverein für das Kulturhaus Osterfeld: Hannelore Schimpf legt, wie lange angekündigt, den Vorsitz nach 25 äußerst aktiven Jahren nieder. Mit einem Festakt im bestens besuchten großen Saal des Kulturhauses wurde die engagierte und erfolgreiche Aufbauarbeit der gebürtigen Pforzheimerin gewürdigt. Zu den ersten Gratulanten zählte ihre bereits gewählte Nachfolgerin, Sabina Hacker-Kollmar. Grußworte, mehrere inhaltsstarke Reden, eine humorvolle Gesangseinlage von Dieter Huthmacher und Werkbeiträge von Künstlerinnen und Künstlern aus dem Förderverein machten den Abend zu einer, wie Reinhard Kölmel es nannte: „Hommage à Hannelore“.

Sie sei schlichtweg „die richtige Frau zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle“ gewesen, betonte Kölmel in seiner Rede und bescheinigte der scheidenden Vorsitzenden, dass unter ihrer maßgeblichen Mitwirkung der notwendige Druck „auf die politischen Entscheidungsgremien“ entstanden sei, „so dass trotz vielerlei Skepsis, Unkenrufen und durchaus auch massiver Gegnerschaft mit einer sehr knappen Mehrheit im Gemeinderat die Errichtung des Kulturhauses Osterfeld beschlossen werden konnte“. „Bürgerliches Engagement“, fügte Kölmel mahnend hinzu, „darf aber nicht zu dem Fehlschluss führen, dass die Politik, dass Staat und Stadt sich ein Stück weit aus der Verantwortung für die kulturelle Ausstattung des Gemeinwesens zurückziehen dürfen“ und diese „je nach Haushaltslage streichen, auf einem bestimmten Stand belassen oder deckeln“ können. Eine glänzende Replik auf die vorangegangenen Ausführungen des aus Ludwigsburg angereisten Staatssekretärs Jürgen Walter (Grüne) zur unverzichtbaren ehrenamtlichen Arbeit und zur Förderung des Osterfelds als einem der bekanntesten sozio-kulturellen Zentren mit 90 000 Euro aus dem Landeshaushalt. Verbunden mit dem Wunsch für 25 glänzende Jahre. Der Rede Walters war Oberbürgermeister Gert Hager (SPD) eloquent und süffisant begegnet. Das Pforzheimer Stadtoberhaupt betonte an ihn gewandt: „Wir wollen keine 25 Jahre warten, damit man positiv über Pforzheim redet – und wir sind bereit, jederzeit Unterstützung von der Landesregierung entgegenzunehmen.“

Hager erinnerte außerdem an die seinerzeit äußerst knappe Mehrheit zugunsten der Schaffung des Kulturhauses und unterstrich: „Auch die damaligen Gegner wissen, was sie am Osterfeld haben.“

„Soziokultur muss anecken“

In ihrem Schlusswort sagte Hannelore Schimpf ihre „Grundüberzeugung für bürgerliches Engagement und soziales Verhalten“ sei im Verlauf von zwei längeren USA-Aufenthalten gewachsen. Wer in Amerika etwas auf sich halte, investiere „zehn Prozent seiner Zeit und zehn Prozent seines Einkommens in die Gesellschaft“. Sie betonte: „Wenn es irgendwo gärt, muss Soziokultur auch mal anecken. Das haben wir in den vergangenen 25 Jahren reichlich getan. Nicht immer zur Freude unserer Obrigkeit. Nur Bespaßung mit dem Ziel schwarzer Zahlen kann auch künftig nicht die Ausrichtung sein“. Abschließend wünschte Hannelore Schimpf dem Osterfeld „eine Stadtverwaltung und einen Gemeinderat, die sich ihrer Verantwortung bewusst sind, und den Fortbestand des Hauses finanziell sichern“ sowie „eine Landesregierung, die den Finanz-Deckel lupft“.