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„Lemon Tree“ unterm Christbaum: Peter Freudenthaler und Volker Hinkel spielen auch ihren größten Hit beim Open-Air-Konzert auf dem Johannesthaler Hof.  Roller
„Lemon Tree“ unterm Christbaum: Peter Freudenthaler und Volker Hinkel spielen auch ihren größten Hit beim Open-Air-Konzert auf dem Johannesthaler Hof. Roller
Gabriel Holz.
Gabriel Holz.
Beim Klatschen und Mitsingen wird den Zuhörern im Innenhof des historischen Gemäuers selbst bei nur zwei Grad Celsius warm.
Beim Klatschen und Mitsingen wird den Zuhörern im Innenhof des historischen Gemäuers selbst bei nur zwei Grad Celsius warm.
05.12.2016

Fools Garden treten zugunsten von „Menschen in Not“ auf

Es ist kalt, sehr kalt. Zwei Grad zeigt das Thermometer noch an. Höchstens. Das Wasser in den Pfützen beginnt zu gefrieren, und den Atem der Zuhörer kann man bei jedem Luftholen deutlich sehen.

Rund 450 Besucher müssten es sein, die mitten in den historischen Gemäuern des Johannesthaler Hofs zwischen Königsbach und Wössingen stehen. Glühwein oder Punsch haben sie in ihren Händen, denn das wärmt von innen. Sie alle sind gekommen, um drei Herren mittleren Alters live zu erleben. Hört sich erst einmal nicht besonders spektakulär an. Aber wenn es sich bei den drei Herren um Peter Freudenthaler, Volker Hinkel und Gabriel Holz handelt, besser bekannt unter ihrem Bandnamen Fools Garden, dann zieht man schon mal die dicke Winterjacke an, setzt eine Mütze auf den Kopf und streift sich Handschuhe über die Finger.

Im Johannesthaler Hof treten die drei Musiker beim PSD Bank-Klassik-Konzert auf. Mit den Einnahmen unterstützt der Veranstalter zusammen mit der PZ-Aktion „Menschen in Not“ die Inklusionsabteilung des CfR Pforzheim, in der behinderte und nicht behinderte Menschen zusammen Fußball spielen. „Die machen dort eine ganz tolle Arbeit“, sagt Pascal Stirner. Er hat das Konzert federführend organisiert und freut sich, dass es wieder gelungen ist, eine Band mit regionalem Bezug auf die Bühne zu bringen.

Dort stehen die drei Musiker von Fools Garden übrigens zusammen mit einem rund zwei Meter hohen Christbaum, was Sänger Peter Freudenthaler prompt zu der Bemerkung veranlasst, auch sie hätten einen Baum dabei – einen Zitronenbaum. Den „Lemon Tree“ bekommt das Publikum an diesem Abend zwar auch zu hören, allerdings in einer deutlich langsameren Version.

Überhaupt setzen die drei nur auf Akustikgitarren und ihre Stimmen. Mehr brauchen sie nicht. Sie spielen eine bunte Mischung ihrer Lieder. Da gibt es frühe Songs wie „Wild Days“, der 1994 von einer Modehauskette in der Werbung gespielt wurde. Und ganz neue Stücke wie „A New World“, das auf dem nächsten Album zu hören sein wird. Wenn die drei gerade keine Musik machen, dann scherzt ein gut gelaunter Peter Freudenthaler mit dem Publikum, erzählt Anekdoten und Geschichten.

Mitklatschen und tanzen

An Material dafür dürfte es ihm nicht mangeln, denn die Band existiert mittlerweile seit 25 Jahren. Aber altersmüde sind die Musiker deswegen nicht geworden. Sie probieren immer wieder Neues aus. So haben sie zum Beispiel vor anderthalb Jahren ein Album mit Coversongs aus den 1990er-Jahren aufgenommen. Ein Song darauf ist „Sailing on the Seven Seas“, den das Publikum im Johannes-thaler Hof in einer rockigen Akustik-Version zu hören bekommt. Die drei Musiker haben ihr Publikum anderthalb Stunden lang fest im Griff, fordern zum Klatschen und Tanzen auf. Zwei Zugaben sind nötig, bevor sie wieder von der Bühne dürfen.

Zuvor am Abend stehen die 17 Kinder und Jugendlichen des Kinderchors Konzertissimo und des Jugendchorensembles von der Pforzheimer Chorakademie zusammen auf der Bühne. Sie haben Weihnachtliches im Gepäck: Jazz-Songs, englische Carols und ein „Sister Act“-Medley. Nachdem sie unter der Leitung von Salome Tendies elf Lieder zum Besten gegeben haben, erhalten auch sie jede Menge Beifall.