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Jung sind sie – und richtig laut ging Lay5 im Knittlinger Cellarium zu Werke. Sie konnten voll vollauf überzeugen.
Nur mit Stimme und Akustikgitarre brachte das Trio von Fools Garden das Knittlinger Cellarium zum Kochen. Talmon
21.12.2015

Fools Garden und Lay5 spielen im Knittlinger Cellarium

Knittlingen. Unterschiedlicher hätten die beiden Bands im Gewölbekeller des Knittlinger Cellariums kaum sein können. Auf der einen Seite die erfahrenen Musiker von Fools Garden. Und auf der anderen Seite die jungen Nachwuchskünstler der Rockformation Lay5, die zwar noch nicht so viel Erfahrung gesammelt haben, aber dafür vor Kreativität geradezu sprudeln.

Obgleich keiner der fünf Musiker älter als 15 Jahre ist, haben sie mittlerweile eine kleine Fangemeinde aufgebaut, die schon kräftig Beifall spendet, bevor überhaupt ein einziger Ton gespielt ist. „Wir freuen uns riesig, heute Abend für Euch spielen zu dürfen“, wickelt Sängerin Emily Kolm gekonnt das Publikum um den kleinen Finger, das anschließend bei den größtenteils selbstkomponierten Songs an ihren Lippen hängt und kräftig mitklatscht, ohne dass es einer Aufforderung bedurft hätte. Wenn wundert’s: Geben die fünf doch von Anbeginn alles. Keyboarder Sebastian Leininger bewegt nicht nur die Finger über die Tasten, sondern den ganzen Körper im Takt, Bassist Mathis Härdtner und Gitarrist Till Trawiel zupfen lässig die Saiten und Schlagzeuger Jascha Pfäfflin schwingt seine Sticks hoch durch die Luft, nur um sie noch kräftiger auf Trommeln und Becken donnern zu lassen.

Bildergalerie: Die Profis von Fools Garden bei ihrem Auftritt

Auch wenn das Publikum vor allem rockige, laute Nummern zu hören bekommt, beweist die Band bei „Too much to get“, dass sie auch die sanfte Gangart beherrscht. Die fünf machen ihre Sache so gut, dass der Organisator Wieland Eberle angesichts des Beifalls gar zwei Zugaben genehmigt und selbst die Profis von Fools Garden bei ihrem Auftritt voll des Lobes für den Nachwuchs sind: „Aus denen kann noch etwas Großes werden“, meint Sänger Peter Freudenthaler.

Bildergalerie: Auch Lay5 konnte vollauf überzeugen

Während es bei Lay5 eher laut zugeht, sind es bei Fools Garden vor allem die zarten, leisen Töne, die Eindruck hinterlassen. Ein gelungener Kontrast, auch rein optisch. Mehr als drei Barhocker, eine kraftvolle Stimme und fünf Gitarren, virtuos gespielt von Volker Hinkel und Gabriel Holz, braucht das Trio von Fools Garden nämlich nicht, um das Publikum im zum Platzen gefüllten Gewölbekeller vortrefflich zu unterhalten. Ihre Songs funktionieren auch ohne Bass, Schlagzeug und Keyboard hervorragend.

Ein gut aufgelegter Peter Freudenthaler scherzt mit einem Pu-blikum, das gerne anspringt und sich an den humorvollen Anekdoten erfreut, die er aus der bewegten Geschichte der Band zu erzählen hat. Anlässlich ihres 25-jährigen Bestehens wollen die Musiker im kommenden Jahr ein neues Album veröffentlichen. Eine der Nummern heißt „High Again“, hat eine eingängige Grundmelodie gepaart mit rhythmischen Gitarrenklängen und macht Lust auf mehr. In Knittlingen geben Fools Garden einen Querschnitt dessen zum Besten, was sie in 25 Jahren erfolgreich produziert haben. Da darf natürlich auch „Lemon Tree“ nicht fehlen, der es 1996 international an die Spitze der Charts geschafft hat. Talentierte Musiker in einzigartiger Atmosphäre – ein rundum gelungener Abend.