nach oben
Stimmungsvoll und sehenswert: die Mobiles der Berufskollegschüler in der Schlosskirche.   Foto: Seibel
Stimmungsvoll und sehenswert: die Mobiles der Berufskollegschüler in der Schlosskirche. Foto: Seibel
27.11.2015

Fragile Familienstrukturen: Ausstellung in Schlosskirche „Vater, Mutter, Kind“

Pforzheim. Vater, Mutter, Kind: Heilige Familie, Patchwork-, Regenbogenfamilie. Wie definiert sich Familie heute und wie lässt sich das in Kunst umsetzen? Für die Adventsausstellung in der Schlosskirche haben 22 Schüler des Berufskollegs für Design, Schmuck und Gerät der Goldschmiedeschule Familien-Modelle entwickelt: Dreidimensional als Mobiles schweben sie in einer Seitenkapelle des Gotteshauses, stellen Fragen nach Gleichgewicht und Hierarchie, nach Glauben und sozialen Strukturen, nach Umweltbewusstsein und Harmonie.

Mit einfachen Grundtechniken wie Sägen und Nieten sind teils aufwendige Kunstwerke entstanden – aus Metall und Holz, aus Plexiglas und Stoff. Da drehen sich bei Nadine Szajdak abstrakte Elemente, die mit ihren runden, eckigen und kombinierten Formen Mutter, Vater und Kind symbolisieren über zwei Herzschlag-Frequenzen aus Plexiglas. Da wird im Mobile von Carla Lang eine Braunbären-Familie von einem kleinen Wald aus Holzstäben fast wie in einem Käfig auf engem Raum zusammengedrängt, und Laura Göring rundet ihre Familiengeschichte mit einem Heilstein ab.

Für Iris Bodemer und Rudolf Kocéa, die diese erste Klasse des Berufskollegs unterrichten, war es immer wieder überraschend, welch tiefgründige Überlegungen mit bereits großem handwerklichem Können in oft fragile, schwebend-bewegliche Kunstwerke umgesetzt werden. Mit dem Thema Familie im Wandel der Zeit, in den Religionen und in der Selbstwahrnehmung beschäftigt sich die interaktive Ausstellung „Advent in der Schlosskirche“, die die Ökumenische Citykirche bereits seit zehn Jahren veranstaltet.