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Aus organischen Materialien konstruierte Angela Kiersch ihre Werke.  Recklies
Aus organischen Materialien konstruierte Angela Kiersch ihre Werke. Recklies
22.02.2016

Fragile Raumbilder: Angela Kiersch stellt in der Galerie Brötzinger Art aus

Pforzheim. Ein leichter Luftzug genügt, schon tanzen die vom Rand her eingeschnittenen, trockenen Blätter, die von der Künstlerin Angela Kiersch an einer Angelschnur aufgefädelt wurden, fröhlich umher. Gleich mehrere solcher Stränge hat die Künstlerin zu einer Installation formiert, die die Besucher der Galerie Brötzinger Art in ihrer Einfachheit, aber auch in ihrer Ausdruckskraft, erfreut. Sie hat sich dabei zum Ziel gesetzt, möglichst ausschließlich natürliche Materialien zu verwenden.

„Das war am Anfang noch anders“, blickt Kiersch zurück. So beispielsweise bei den mit bunten Garnfäden beklebten Blättern, bei denen die Künstlerin noch chemisch hergestellten Klebstoff verwendete, um die Fadenstücke auf die getrockneten Blätter zu bringen, die sie nun unter dem Titel „Strictly Ballroom“ präsentiert. Auch Seerosenblättern hat sie in ähnlicher Art ein Winterkleid verpasst. Allerdings hat sie hier nicht mit bunten Wollfäden, sondern mit zwischen beige und schwarz changierenden Wollflocken gearbeitet.

Werke aus Kiefernadeln

Inzwischen verzichtet die Künstlerin auf Fremdstoffe. Vor allem mit Kiefernadeln arbeitet die 1958 geborene Künstlerin heute. Aus diesen kreiert sie ebenso fragile wie archaisch und grafisch anmutende Gebilde, die sie unter der Verwendung von Efeubeeren zu architektonisch anmutenden Gebilden zusammensetzt. Aber auch in Kombination mit Gaze gelingt es ihr, wunderbare Raumbilder zu schaffen, die voller Kraft und Dynamik stecken, und den Betrachter ob der ungewöhnlichen Kons-truktion staunen machen.

Oder die Arbeit aus Kletten, mit denen es der Künstlerin gelingt, eindrucksvolle, organische Objekte mit dem Titel „Natural Needs“ zu konstruieren, die mal an menschliche Organe, mal an Gebilde in der Unterwasserwelt erinnern.