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Nicht nur der Ton macht die Musik – auch die Optik aus den 20er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts hat’s in sich.   molnar
Nicht nur der Ton macht die Musik – auch die Optik aus den 20er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts hat’s in sich. molnar
19.10.2015

Fünfter Gastauftritt der Salon-Damen bei „Musik aus Dresden“

Ein Verfallsdatum gibt es nicht: Auch beim fünften Gastauftritt bei „Musik aus Dresden“ in Birkenfeld verstehen es die reizenden Dresdner Salon-Damen, ihr Publikum zu begeistern. Auch wenn es diesmal ein wenig dauert, bis der gewisse Funke überspringt. Ob die blendenden Scheinwerfer der Grund dafür sind?

Oder der anfangs etwas ernst wirkende Humor von Sängerin Susann Jacobi?

„Wir sehen Sie nicht, aber wir fühlen Sie“, sagt die brünette „Reiseleiterin“, schaut mit Hand über den Augen in die voll besetzten Reihen des Autohauses TRIAG und lässt die Zuschauer einsteigen – in die „himmelblaue, kleine Limousine“.

Reise von Spanien bis Russland

Bei diesem Programm mit entstaubten Liedern der 1930er- und 40er-Jahre – Lieder von Zarah Leander, Marlene Dietrich oder den Comedian Harmonists – geht es auf musikalische Reise von Spanien über die russische Steppe nach Paris bis in die Puszta und ins alte Ägypten. „Sie werden Ihr blaues Wunder erleben“, haucht Susann Jacobi ins Mikrofon und steigt ein mit dem Lied von der „Adelheid“, die „keinen Abend für mich Zeit“ hat.

Von Liebe, Heimweh und romantischen Sonnenuntergängen singen und spielen die fünf stilvoll gekleideten Damen, neben Susann Jacobi (Gesang, Violine) sind das noch Franziska Graefe (Violine, Besen), Cécile Pfeiff (Klarinette, Saxofon), Silke Krause (Klavier, Akkordeon) und Juliane Gilbert (Violoncello, Kontrabass). Viel Charme und Ironie schwingen dabei mit – und jede Menge musikalische Eigenheiten. Da wird geklopft, gepfiffen und Rumba getanzt. Da wird aus der „Schönen Isabella von Kastilien“ mal eben der „Schöne Eduardo“, und aus Montis Csárdás ein höchst vergnüglicher Instrumentalwettstreit zwischen Violinistin Franziska Graefe und Cellistin Juliane Gilbert. Darin zeichnen sich die Musikerinnen besonders aus, beherrschen mühelos gleich mehrere Instrumente und wirken obendrein als Backgroundsängerinnen mit. Die Klarinettistin Cécile Pfeiff etwa setzt nicht nur hervorragende Akzente bei „Im Harem sitzen heulend die Eunuchen“, sondern stimmt auch das Lied „Warum brauchen die Männer so viel Liebe?“ an und schlägt mit Kokosnüssen den Rhythmus von „Mein Onkel Bumba aus Kalumba“. Pianistin Silke Krause, die für die Arrangements verantwortlich zeichnet, gelingt am Akkordeon – gemeinsam mit der Cellistin – ein wunderschönes Intro von „La vie en rose“. Und Mezzosopranistin Susann Jacobi besticht mit ihrer umfangreichen, besonders in der tiefen Lage sehr ausdrucksstarken Chanson-Stimme bei Liedern wie „Wenn die Sonja russisch tanzt“ oder „Ich hab noch einen Koffer in Berlin“.

Jugendmusikschule mit Auftritt

Mit fünf Stücken, darunter eine Eigenkomposition von Alina Steiner, beeindruckte auch das junge Vokalensemble „Fleur Rouge“ von der Jugendmusikschule Neuenbürg mit ihrer Lehrerin Claudia Wehrstein.