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GLOBALE. Das neue Kunstereignis, 19.06.2015 - 30.04.2016.
GLOBALE. Das neue Kunstereignis, 19.06.2015 - 30.04.2016 © Gar Powell-Evans
29.12.2014

GLOBALE. Das neue Kunstereignis, 19.06.2015 - 30.04.2016

Das ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe präsentiert zum Stadtjubiläum ein neues Kunstereignis, die GLOBALE, die ab dem 20. Juni 2015 und bis Ende April 2016 in allen Räumen des ZKM stattfinden wird.

Beginnend mit einem Prozess gegen die Verbrechen des 20. Jahrhunderts, einem inszenierten Tribunal, wird eine Reihe von Manifestationen erstmals die entscheidenden künstlerischen, sozialen und wissenschaftlichen Tendenzen des 21. Jahrhunderts zeigen, welche Effekte der Globalisierung sind. Von der Infosphäre bis zur Exo-Evolution, von einer Renaissance 2.0 bis zu Global Games werden Ausstellungen, Konzerte, Performances, Aufführungen und Lesungen zeigen, wie sich Kunst und Wissenschaft durch neue Technologien einander annähern. Dabei werden neue Perspektiven auf die digitale Gesellschaft des 21. Jahrhunderts eröffnet. Die GLOBALE wird nicht statisch bleiben, sondern sich im Laufe der Monate verändern.

Als Prolog zur GLOBALE findet ein Tribunal, ein von ZKM-Vorstand Peter Weibel initiierter Prozess gegen das 20. Jahrhundert, im ZKM statt. Dabei werden die Verfehlungen der Moderne, Auschwitz, Hiroshima und die ökologische Ausbeutung der Erde durch den Menschen angeklagt.

Der Roman „Der Prozess“ von Franz Kafka kann als das prototypische Modell der Erfahrung des 20. Jahrhunderts gesehen werden. In der Geschichte der Menschheit gab es viele Prozesse, wie etwa den Nürnberger Prozess, dem ersten internationalen Prozess gegen Kriegsverbrechen. Ein weiterer Anknüpfungspunkt ist das Modell des „Russell-Tribunal“ oder „Vietnam War Crimes Tribunal“, das 1966 von dem Mathematiker, Philosophen und Literaturnobelpreisträger Lord Bertrand Russell als private Nichtregierungsorganisation ins Leben gerufen wurde, um die US-amerikanischen Kriegsverbrechen im Vietnamkrieg nach 1954 zu untersuchen und zu dokumentieren.

Die ersten Sitzungen fanden in Skandinavien unter Beteiligung von prominenten Intellektuellen wie Jean-Paul Sartres statt. Für die Untersuchung mutmaßlicher Völkerrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen wurde dieses Modell später wiederholt inszeniert. In Form einer Konferenz, einer performativen Installation der Künstlergruppe „Zentrum für Politische Schönheit“ und einer Filminstallation, liefert das Tribunal als Prolog der GLOBALE eine kritische Bestandaufnahme des 20. Jahrhunderts und knüpft an die Bedeutung Karlsruhes als Stadt des Rechts in Deutschland mit dem Sitz des Bundesverfassungsgerichts und der Bundesanwaltschaft an.