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Die humorvollen Kleinplastiken wie „Homme de Pomme“ von Uwe Middel kamen bei den Besuchern gut an. Molnar
Die humorvollen Kleinplastiken wie „Homme de Pomme“ von Uwe Middel kamen bei den Besuchern gut an. Molnar
Über das Selbstporträt ihres Urgroßvaters Adolf Sautter freuten sich Martin (links) und Erich Kollmar.
Über das Selbstporträt ihres Urgroßvaters Adolf Sautter freuten sich Martin (links) und Erich Kollmar.
Dynamisch: die Aluminium-Skulptur „Steigendes Pferd mit Reiter“ von Kurt Tassotti..
Dynamisch: die Aluminium-Skulptur „Steigendes Pferd mit Reiter“ von Kurt Tassotti..
Stefan Faas und seine Stelen (links), Kuratorin Regina Fischer und Ortsvorsteher Rüdiger Nestler.
Stefan Faas und seine Stelen (links), Kuratorin Regina Fischer und Ortsvorsteher Rüdiger Nestler.
Bei seinem „Pferdetorso“ verarbeitete der Künstler Dato Holz und Eisen.
Bei seinem „Pferdetorso“ verarbeitete der Künstler Dato Holz und Eisen.
31.10.2016

Gedächtnisschau in Würm mit namhaften Künstlern der Region

Wer die Figuren von Uwe Middel erkennen will, muss schon genau hinschauen: Räkelt sich da nicht ein kleiner Mann in einem halbierten Apfel – genau dort, wo sonst die Kerne sind? Und hält die eineinhalb Zentimeter große Bronzeskulptur nicht einen winzigen Apfel in der Hand?

„Da gibt es dieses Kinderlied“, erzählt der Neuenbürger Künstler den vielen Besuchern, die zur Eröffnung der zweiten Kunstschau nach der Premiere vor drei Jahren in die Würmtalhalle gekommen sind. Zur Melodie „In meinem kleinen Apfel, da sieht es lustig aus“ sei das Werk „Homme de Pomme“ entstanden, das – wie alle seine Kleinplastiken – in Verbindung mit einem runden Stein aus der Bretagne steht.

Der Bezug zu Frankreich zeigt sich auch im Werk von Fero Freymark, der sich seit 40 Jahren mit bretonischen Felsformationen beschäftigt, mit deren Strukturen und Schichten. Seine Bronzeskulpturen wirken voluminös und massiv, ganz anders die von Middel. So soll es auch sein: „Wir haben uns um eine vielfältige Auswahl bemüht“, erklärt Kunsthistorikerin und Kuratorin Regina Fischer bei der Einführung.

Rund 100 Werke zu sehen

Acht namhafte Künstler der erweiterten Region sind beteiligt, von jedem sind zehn bis 15 Werke aus verschiedensten Materialien zu sehen – insgesamt rund 100 Arbeiten. Die 2013 ins Leben gerufene Skulpturenausstellung, die am morgigen Feiertag noch einmal zu besichtigen ist, findet im Gedenken an den Initiator Ulrich Kollmar statt. „Wir wollen Kunst im Stadtteil Würm weiterleben lassen“, erinnert Ortsvorsteher Rüdiger Nestler an den Verstorbenen.

So sind mitten in der Halle auch Werke von Kollmars Großvater Adolf Sautter zu bewundern – ein Selbstporträt zum Beispiel, kleinere Tierskulpturen oder auch die bekannte Reuchlin-Plastik aus dem Museum. Anwesend sind alle zeitgenössischen Künstler wie „Dato“ alias David Mcheidse, der faszinierende Fabelwesen zeigt. Das Besondere an den teils surrealen Arbeiten: die Kombination von Holz und Eisen. „Ich mag Pferde, sie haben etwas Mystisches“, erzählt der Künstler aus Bruchsal über seinen „Pferdetorso“, bei dem er geglühten Draht, Löffel und Metallscheiben mit hellem Kirschholz verbunden hat.

In Kontrast zueinander stehen auch die dynamisch-hellglänzenden Skulpturen aus Aluminium von Kurt Tassotti aus Mühlacker und die abstrakt-torsierten Formen aus glattem, schwarzem Granit von Waldemar Neubauer aus Pforzheim. Fundstücke wie Schädelknochen, Felle, Mineralien oder Leder hat indes der Wiernsheimer Künstler Werner Stütz verarbeitet. Sein „Zeremonienstab“ aus vergoldetem Ahorn etwa wirkt wie ein Totem. Sofort ins Auge fallen die meterhohen, hochglanzpolierten und 160 Kilogramm schweren Stelen aus Spiegelstahl von Stefan Faas. Vor drei Jahren hat der Kunstschmied aus Keltern das Material für sich entdeckt, schafft damit ästhetisch weiche Formen zum Thema Mensch.