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Bernhard Kugler dirigiert das Fest-Konzert mit den Aurelius Sängerknaben und dem Südwestdeutschen Kammerorchester Pforzheim in der St.Franziskus-Kirche.
Bernhard Kugler dirigiert das Fest-Konzert mit den Aurelius Sängerknaben und dem Südwestdeutschen Kammerorchester Pforzheim in der St.Franziskus-Kirche.
18.12.2015

Gefeiertes Konzert mit den Calwer Aurelianern und dem SWDKO

Pforzheim. Auch Schlagerstars singen Weihnachtslieder. Doch nichts ist vergleichbar mit dem ursprünglich-reinen Klang, mit den himmlisch-hellen Sopran-Höhen, wenn geschulte Knabenstimmen „Fröhliche Weihnacht“ verkünden. Die Nordschwarzwald-Region hat Glück.

Denn sie besitzt mit den Aurelius Sängerknaben Calw solche Talente und mit dem Südwestdeutschen Kammerorchester ein herausragendes Orchester zu deren Begleitung, die in der Goldstadt, in Mühlacker und Calw mit ihrem gemeinsamen „Musikalischen Weihnachtsfestival“ unter der künstlerischen Leitung von Bernhard Kugler Freude verbreiten.

Den Auftakt der kleinen Rundreise bildete das Konzert in der Pforzheimer St.Franziskus-Kirche, das mit barock prächtigem chorischem Sound und vielstimmigen Instrumentalfarben eröffnet wurde: „Tochter Zion, freue Dich!“. Dieser Chorkomposition von Georg Friedrich Händel folgte das von den Interpreten mit kraftvollem Temperament wiedergegebene „Gloria in excelsis“ von Antonio Vivaldi sowie vom selben Komponisten das ruhigere „Et in terra pax“ mit herrlichen Aufschwüngen, sanften Piano-Passagen und langen, auf einem Atem gesungenen Klangbögen.

Britische Traditionals

Dann zückten die in ihren dunklen Anzügen und bordeauxroten Fliegen schmucken Sängerknaben nach den schwarzen ihre hellroten Notenmappen und musizierten zusammen mit dem Orchester ein britisches „Merry Christmas“-Traditional – ein frisch zupackendes, rhythmisch betontes, fast tänzerisch heiteres und ziemlich modern klingendes Werk des 1932 geborenen John Williams. Sein „Candle in the window“ benanntes Stück erfreute mit einer getragenen, von Glockenspiel und solistischen Bläserstimmen verzierten Liedmelodie.

Zudem gab es neben reinen Orchester-Stücken (Suitensätze aus Respighis „Antiche Danze ed Arie“) traditionelle Weihnachtschöre aus England, die in ihrem Namen „Sing choirs of angels“ anzeigten, wer die Lieder zum Erklingen brachte – engelsgleiche Stimmen nämlich. Das wiederholte sich in den von Kugler arrangierten deutschsprachigen Weihnachtsliedern, wobei auch Knaben-Solisten zum Einsatz kamen: Hat man das in Supermärkten als Klangkulisse verkitschte „Leise rieselt der Schnee“ jemals so zart und unschuldig gehört? Auch Mozarts „Ave verum“ könnte kaum andächtiger als von den Aurelianern gesungen werden, und Händels „Hallelujah“, mit dem die festliche Weihnachtsmusik fulminant abschloss, kaum freudiger und jubilierender als mit diesem Chor und diesem Orchester.