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Das Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim, hier beim Konzert in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in der Schwebelstraße, ist den Stadträten lieb und teuer.
Das Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim, hier beim Konzert in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in der Schwebelstraße, ist den Stadträten lieb und teuer.
17.05.2017

Gemeinderat genehmigt Gelder für SWDKO

Pforzheim. Es hat gerade mal fünf Minuten gedauert und die im Kultur- und Finanzausschuss kontrovers diskutierte Beilage des Südwestdeutschen Kammerorchesters ist vom Tisch. Mit sieben Gegenstimmen und zwei Enthaltungen. Doch über was haben die 28 Gemeinderäte bei der gestrigen Sitzung eigentlich positiv abgestimmt?

Es hat gerade mal fünf Minuten gedauert und die im Kultur- und Finanzausschuss kontrovers diskutierte Beilage des Südwestdeutschen Kammerorchesters ist vom Tisch. Mit sieben Gegenstimmen und zwei Enthaltungen. Doch über was haben die 28 Gemeinderäte bei der gestrigen Sitzung eigentlich positiv abgestimmt?

Der Jahresabschluss: Die Südwestdeutsche Kammerorchester GmbH hat im vergangenen Jahr 65.479,50 Euro miese gemacht. Die bezahlt die Stadt nun aus den Mitteln der höheren Einkommenssteuer-Erträge.

Die Kosten: Geschäftsführer Andreas Hermann führt die hohe Summe vor allem auf „gravierend gestiegene“ Aufwendungen für Gehälter und damit zusammenhängende Kosten zurück. Das SWDKO gehört nicht mehr dem TVK Orchester an, bezahlt aber analog. Das bedeutet, dass die 14 Musiker in dem als A-Orchester eingestuften Klangkörper etwa so viel wie ein Gymnasiallehrer verdienen – mit 13. Monatsgehalt. Der Anstieg der Personalkosten in Zahlen: von 1.195.000 Euro im Jahr 2015 um 110.000 Euro auf 1.305.000 Euro.

Die Personalaufstockung: Inzwischen sind die 14 Orchesterstellen wieder voll besetzt, was teurer ist als der Einsatz von Vertretungen. Zudem wurde die Marketing-Stelle von 66 auf 100 Prozent hochgefahren. In der Beilage des Gemeinderats werden dafür Mehrkosten von 12.000 Euro ausgewiesen. Auf Nachfrage erklärt der Geschäftsführer, dass es sich nur um 9900 Euro handle – für vier Monate. Macht also bei einer Aufstockung um ein Drittel einen monatlichen Mehrbetrag von 2475 Euro (inklusive Sozialkosten). Anne-Katrin Mücke, die für das Marketing zuständig ist, soll sich zusätzlich um die Akquise kümmern, sagt der Geschäftsführer.

Die Liquiditätshilfe:Die Stadt gibt dem Kammerorchester zudem 100.000 Euro – wieder aus den Mehreinnahmen der Einkommensteuer. Dies ist eine Zuzahlung in die Kapitalrücklage, oder wie Andreas Hermann es formuliert eine „Liquiditätshilfe“, da das Eigenkapital der GmbH fast abgeschmolzen ist.

Die Zukunft: Das SWDKO will sparen. Das beginnt damit, dass weniger teure Solisten engagiert werden, die Musiker auf das 13.Monatsgehalt verzichten und die Eintrittspreise überdurchschnittlich angehoben werden.