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Laura Ragusa hat die Säulen des Bau-und-Grund-Gebäudes gestaltet. Foto: Meyer
Laura Ragusa hat die Säulen des Bau-und-Grund-Gebäudes gestaltet. Foto: Meyer
16.05.2018

Genie Lab: 16 Studenten der Hochschule Pforzheim stellen Skulpturen bei Bau und Grund aus

Pforzheim. Eine Ritterrüstung aus Baumrinde, organische Skulpturen aus Ton und Papier, gegossene Tiere und Spinnenbeine auf Kunststoffschalen sowie eine Wachslampe. Die ist vergänglich. Je nach Temperatur der von Henrik Banzhaf gestalteten Lampe beginnt ihr Wachs, auf den Boden zu tropfen.

16 Studentinnen und Studenten der Hochschule Pforzheim, Fakultät für Gestaltung, stellen völlig unterschiedliche Arbeiten aus. Entstanden sind sie in der Abteilung Skulptur, den Bildhauerei-Kursen von Professor Abraham David Christian und Vito Pace und zu sehen in der „Pforzheimer Galerie“ bei Bau und Grund. Eröffnung war am Montagabend. Es ist dort die 14. Ausstellung von Studierenden. Christian hatte einst die Idee eines „Genie Lab“. Er sei auf das Immobilien-Unternehmen zugegangen, weil es an der Hochschule selbst keinen geeigneten Ausstellungsort gebe. Damals wie heute gehe es darum, das Potenzial in der Stadt sichtbar zu machen. „Ich stelle zwar jedes Semester ein Thema, sage den Studenten aber, sie müssen mich überraschen. Es soll etwas entstehen, das ich noch nie gesehen habe“, so der Professor über die Aufgabenstellung. An den „Mut des Machens“, das Sprengen von Grenzen und das kreative Hinterfragen appelliert auch Martin Hailer von der Hochschule bei seiner Eröffnungsrede.

In einem Besprechungsraum steht Silvia Bogatzkis turmartige Skulptur mit einer Struktur aus Pappe, Papier und Wachs. „Gefängnis, Babel, Rapunzel, Hochmut und Fall – die Symbolik von Türmen fasziniert mich“, sagt die Schmuckstudentin. In den Skulptur-Kursen bekomme sie einen befreienden, klaren Blick, der auch für ihr ihren Hauptstudiengang wertvoll sei.

Einige Arbeiten sind inspiriert von der Natur, etwa die organische, blaue Skulptur von Sonja Keppler. Oder der mit Pappmaché und verkupferten Blättern verfremdete Ast von Lada Klats, über einer Treppe platziert. Der Ast ist Teil eines größeren Objekts, dessen Intention war, Pforzheim zu verschönern, wie sie sagt. Da setzt auch der Industriedesign-Student Dennis Teichert an. Als Vision für eine fahrzeugfreie Innenstadt hat er aus schwarzen Holzfaserplatten einen Bus mit Beinen gestaltet. „Die Menschen tragen ihn hinaus aus der Stadt“, so sein Gedanke.