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Joe Bonamassa
Joe Bonamassa
16.03.2016

Gitarren-Gott Joe Bonamassa lässt die Saiten glühen

Karlsruhe. Als „Guitar Event of the Year“ ist dieses Konzert angekündigt. Und wahrlich, wer Joe Bonamassa an diesem Abend in der Karlsruher Schwarzwaldhalle erlebt, der muss schon ein hartgesottener Gitarrenfan sein. Denn der 38-Jährige brennt fast zweieinhalb Stunden lang ein Blues-Feuerwerk ab, das manchem zu heftig lodert.

Denn Gitarren-Gott Bonamassa kennt keine Gnade, wenn es um seine Musikauswahl geht. Was noch mit dem Piano-Intro zu Jethro Tulls „Locomotive Breath“ beginnt und ins mitreißende „This Train“ mündet, versandet bald in fast schon eintönig wirkenden Blues-Rock-Nummern vergangener Jahre. Und gipfelt in immer neuen, immer längeren Soli des begnadeten Gitarristen.

Sicher, es ist purer Genuss, diesem virtuosen Spiel Bonamassas zu lauschen, zu erleben, wie der Amerikaner seinem Instrument die aberwitzigsten, mal grellen, mal sanften Töne entlockt, wie sein Spiel beim arabisch angehauchten „Blues of Desperation“ in andere Klangwelten entführt, wie seine Finger pfeilschnell über die Saiten flitzen.

Doch irgendwann wird es des Guten zuviel. Verliert sich der Musiker und eindrucksvoll geradlinige Sänger tief in den Gitarrensaiten und im Blues. Da hilft auch seine sehr konzentriert und druckvoll spielende Band mit Reese Wynans (Keyboard, Piano), Michael Rhodes (Bass), Anton Fig (Drums), Lee Thornburg (Trompete) und Paulie Cerra (Saxofon), die alle außer Cerra die 60 teils deutlich überschritten haben, wenig. Zu selten kommt sie zum Zug, zu sehr macht sich gepflegte Langeweile im bestuhlten Saal breit. Schade, denn Bonamassa kann auch anders, wie funkig-groovige Titel wie „Mountain Climbing“ beweisen.